Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Geschwister

23. Oktober 1941

[411023–1‑1] Don­ners­tag, den 23. Okt. 1941 Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te mein! Noch immer kei­ne Post! Aber Du bist nicht schuld. Ich bin gewiß, daß Du mein denkst, ganz lieb, oh so lieb! Und ich bin heu­te so froh und ertap­pe mich heu­te vor­mit­tag über dem Musi­zie­ren pfeif­fen­der­wei­se. Gewiß kommt das Froh­sein von Dir liebs­ten […]

05. Juni 1940

[400605–2‑1] O., am 5. Juni 1940. Herz­al­ler­liebs­ter!  Mein lie­ber, lie­ber [Roland], Du! Als ich heu­te früh den ers­ten Blick aus dem Fens­ter tat, weh­ten die Flag­gen fast an allen Häu­sern der S.straße.  Es blieb mir bis heu­te mit­tag ein Rät­sel, was wohl die­ser ganz beson­de­re Anlaß dazu sein muß. Dün­kir­chen ist gefal­len – ich erfuhr es […]

01. April 1939

[390401–1‑1] K. am 31. März 1939. Mei­ne lie­be [Hil­de]! Was soll ich Dir schrei­ben? Es drängt mich nicht zu schrei­ben heu­te, ich sage es ehr­lich. War­um? Ich weiß es nicht. Ich den­ke oft an dich: Du Daß Du jetzt flei­ßig sein mußt, die­weil ich aus­ru­he. Daß ich mit Dir jeden Tag nach der Arbeit 2 Stun­den gehen […]

04. Januar 1939

[390104–1‑1] B. am 4. Jan. 1939. Mei­ne lie­be [Hil­de]! Herz­li­chen Dank für Ihre guten Wün­sche zum neu­en Jahr. Kam mein Neu­jahrs­brief recht­zei­tig an? Heu­te ist Mitt­woch. Ich war­te unge­dul­dig auf ein Zei­chen von Ihnen. Und ich weiß doch, daß Ihnen wenig Zeit bleibt zum Schrei­ben. Sind Sie wie­der gesund? Ich habe jetzt soviel Zeit zum […]

28. Dezember 1938

[381228–1‑1] B. am 28. Dez. 1938 Mei­ne lie­be [Hil­de]! Ges­tern erhielt ich Ihren Brief. Sie haben mich damit ein wenig aus dem Kon­zept gebracht. Ich will nun zuerst von Ihrer Gesund­heit reden. Vom Ohr haben Sie nichts mehr geschrie­ben. Hof­fent­lich ist es wie­der heil. Aber nun die Hei­ser­keit. Beob­ach­ten Sie sich recht genau! Und wenn […]

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