Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Geschlechterrollen

14. Oktober 1942

1.)

Mitt­woch, am 14. Okto­ber 1942.

Her­ze­lein! Schät­ze­lein, Du! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Ach Du! Du! Wo fin­de ich Dich denn jetzt? Sicher schon im frem­den Land; denn die Uhr zeigt die 9. Abend­stun­de. Es ist spät gewor­den, weil Herr N. zu Besuch bei uns weil­te bis vor­hin. Oh Her­ze­lein! Nun kom­me […]

9. Mai 1942

[420509–2‑1] 86. [O.] Sonn­abend, am 9. Mai 1942. Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter! Mein lie­ber, guter [Roland]! Du! Heu­te sit­ze ich im Stüb­chen, weil die Mut­ter in der Küche plät­tet, da ist[‘]s mir zu eng, zu warm! Du! Die Son­ne scheint zu den Fens­tern her­ein, offen ste­hen sie; ein herr­li­cher Mai­en­tag ist heu­te, der ers­te in sol­cher Pracht. […]

06. Mai 1942

[420506–1‑1] [Salo­ni­ki] Mitt­woch, den 6. Mai 1942 Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­bes, teu­res Weib! Fei­er­abend ist. Kurz vor sie­ben Uhr. Der Feder­hal­ter ist bald heiß­ge­lau­fen. Das ist ein wenig über­trie­ben. Denn mit der Feder wird das wenigs­te geschrie­ben. Und so scharf war das Arbeits­tem­po am heu­ti­gen Nach­mit­tag gar nicht, obwohl Arbeit genug daliegt. Aber was nicht gera­de […]

30. April 1942

[420430–2‑1] Don­ners­tag, am 30. April 1942 Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes treu­es Herz! Mein liebs­ter [Roland]! Nach­mit­tags um 3 Uhr ist es jetzt. Ich bin nun fer­tig mit mei­ner Arbeit im Hau­se; fer­tig für heu­te. Schon alles rei­ne­ge­macht habe ich, weil gro­ße Wäsche bevor­steht; damit wir uns nicht so zu über­an­stren­gen brau­chen. Wir wer­den wohl Sonn­abend Sonn­tag waschen, […]

30. März 1942

[420330–2‑1] 48. Mon­tag, am 30. März 1942. Herz­al­ler­liebs­ter! Schät­ze­lein! Mein lie­ber, guter [Roland]! Nun kann ich wie­der zu Dir kom­men, der Dienst ist aus. Das Abend­brot ist vor­über, die Uhr zeigt ½ 7. Und drau­ßen ist‘s noch ganz hell, eben geht die lie­be Son­ne unter. Was wirst Du denn trei­ben, Schät­ze­lein? Vor­hin schluck­te es mich […]

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