05. Dezember 1941

[411205–2-1]

Frei­tag, am 5. Dezem­ber 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes, teu­res Herz!

Heu­te ist aber ein trü­ber Tag! Man könn­te doch von 3 Uhr an, jetzt, schon Licht bren­nen. So recht ein Tag zum Daheim­blei­ben und – Du!! zum Lieb­ha­ben; ich möch­te sooo ger­ne wie­der ein­mal mit Dir zusam­men solch trü­ben Tag erle­ben, wo es uns gar­nicht hin­aus­lockt! Wo wir am aller­liebs­ten daheim blei­ben und – viel­leicht auf dem Sofa sit­zen mit­ein­an­der, Du, Her­ze­lein liest mir etwas Schö­nes vor – oder spielst und singst! Oder hät­test auch für mich ein wenig Arbeit von der Dei­nen!! Aber – Her­ze­lein! Auch eine ganz gemüt­li­che Kaf­fee­stun­de müß­te dabei sein! Ach – und ein Weil­chen möch­te ich doch [ga]nz, ganz nahe bei Dir sit­zen, Dich ganz lieb umschlin­gen, Dich küs­sen – oh Du!!! Doch lieb­ha­ben – sooooo lieb!!! Ach Her­ze­lein! Wie ich mich danach seh­ne!!! Sooo sehr!!! Du!! Wei­ter­le­sen!

15. August 1941

T&Savatar

[410815–2-1]

Frei­tag, am 15. August 1941.

Gelieb­ter Du!!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Herz­lieb! Heu­te kam nun auch noch Dein Bote vom Frei­tag an, gra­de ein Woche brauch­te er! Du!! Ach, habe Du her­zin­ni­gen Dank für alle Zei­chen Dei­ner treu­en Lie­be! Gelieb­tes­ter!!! Du!! Hast mich ja sooo tief beglückt! Du!!!!! Ach Schät­ze­lein! Was bedeu­ten mir doch Dei­ne Boten!!! Wie ich sie lieb und wert hal­te, davon kannst Dich ja nun sogar selbst über­zeu­gen, wenn Du bei mir bist! Ach – um kei­nen Preis in der Welt möch­te ich sie her­ge­ben!!! Und ich bin ja eben­so rüh­rend när­risch wie Du! Wei­ter­le­sen!

14. Januar 1941

T&Savatarsm[410114–1-1]

Diens­tag, den 14. Janu­ar 1941.

Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de] Du!! Über alles Gelieb­te, Du!!

Siehst Du Dei­nen Bub sit­zen? An der alten klap­per­dür­ren Schreib­ma­schi­ne – zur rech­ten liegt, was er abschrei­ben soll – und zur lin­ken? – dar lie­gen zwei ganz, ganz dicke Brie­fe – Du!! Die krie­gen doch bei­nah Jun­ge!! – und dahin schielt er ver­stoh­len – und freut sich, freut sich, und sein Herz hüpft und zit­tert vor Erwar­tung – und er beherrscht sich, Dein Bub – und hebt sie sich auf so eigen­sin­nig wie eben ein Büb­chen, und zehrt nun noch eine Wei­le von der Vor­freu­de – und dann ist es 6 Uhr. Wei­ter­le­sen!