25. Juli 1938

[380725–2‑1]

25.7.38.

O., am 25. Juli 1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Einen schö­ne­ren Mor­gen­gruß hät­te mir heu­te nie­mand br[in]gen kön­nen als Sie, mit Ihrer erlö­sen­den Nach­richt. Weil ich Sie nur außer Gefahr weiß, das übri­ge holen Sie nun schon noch auf; wie gut, daß Ihnen noch 14 Tage zur Ver­fü­gung ste­hen. Nüt­zen Sie sie recht gut aus! Ich bin jetzt so froh und dank­bar.

Ach wären wir doch gleich zusam­men gefah­ren, viel­leicht wäre es nicht pas­siert,” so schrie­ben Sie im vori­gen Brief — und wenn es so gekom­men wäre. Ich hät­te alles dar­an­ge­setzt, Sie gesund zu bekom­men, ohne denen zu Haus[e] etwas mer­ken zu las­sen [sic]. Oder könn­ten Sie mir sowas nicht zutrau­en? Wei­ter­le­sen!

23. Juli 1938

[380723–2‑1]

O., am 23. Juli 1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Ich habe es gespürt ganz sicher, seit Don­ners­tag.

Am Mit­tag war Geschäfts­schluß, seit­dem hat­te ich eine ner­vö­se Unru­he in mir. Ich habe dies Gefühl zu unter­drü­cken gesucht, schob es auf die Auf­re­gung wegen der Rei­se. Obwohl ich sonst nicht aber­gläu­big bin, ein Vor­fall ließ doch eine ban­ge Ahnung in mir wach­sen. Vori­gen Sonn­tag beim Mit­tags­tisch zer­sprang ein Wein­glas, ohne daß es jemand berühr­te — aus­ge­rech­net mei­nes. Und heu­te Ihre trau­ri­ge Nach­richt. Wei­ter­le­sen!