13. Juli 1941

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Sonn­abend, den 12.Juli 41

Mein lie­bes, teu­res Weib! Herz­lieb! Gelieb­te mein!

Muß doch heu­te immer Dein den­ken, Du! Weil Ihr eben auch, die lie­ben Eltern ein­be­zo­gen, mei­ner denkt, aller denk­wür­di­gen Stun­den. Es war doch ein Sonn­abend – der dem heu­ti­gen ent­spricht. Herz­lieb! Ein herr­li­cher Tag ist es wie­der hier! Das Wet­ter an unse­rem Hoch­zeits­tag? Du! Wir sind nicht aber­gläu­bisch, ja? Ich gehe mit Dir durch Dick und Dünn, Gelieb­te! Dick und Dünn, so war das Wet­ter damals. Wei­ter­le­sen!

15. Juli 1938

[380715–2-1]

14.7.38

O., am 15. Juli 1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Es ist nicht in Wor­te zu fas­sen, wie glück­lich ich bin. Die Zeit drängt und doch kann ich nicht eher schrei­ben, bis ich die vol­le Gewiß­heit habe. Heu­te wur­de sie mir zu teil und ich kann es kaum fas­sen. „Ich darf”, noch nie waren die­se bei­den Wor­te so inhalts­schwer als dies­mal. Ich habe den Eltern Ihre Zei­len aus­ge­hän­digt und sie waren nicht wenig erstaunt dar­über. Kein Wort ist mir über die Lip­pen gekom­men, von we[g]en gut zure­den, oder gar bet­teln. Nein — ich bat sie, sich die Sache in Ruhe durch den Kopf gehen zu las­sen und mir dann ihren Ent­schluß mit­zu­tei­len, dem ich mich gehor­sam fügen woll­te.— Ist ihre Zusa­ge nicht ein Beweis, wie viel Ver­trau­en sie in Sie set­zen? Wir bei­de wer­den es ihnen dan­ken, indem wir dies Ver­trau­en nicht miß­brau­chen, son­dern ach­ten und zu schät­zen wis­sen. Wei­ter­le­sen!