12. November 1941

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Mittwoch, am 12. Novem­ber 1941.

Herzenss­chätzelein! Mein geliebtes, teures Herz! Geliebter Du!!!

So wie abwech­sel­nd Don­ner­stag und Fre­itag Dein freier Tag ist, so ist Mittwoch mein unfreier Tag.

Aber ich klage nicht darum; denn der Abend gehört ja noch mir! Und nun ist es Abend und ich set­ze mich zu Dir, meinem lieb­sten Gesell! Zu Dir, dem ich alle meine Zeit schenken möchte! Ach, bei Dir bin ich doch am aller­lieb­sten auf Erden! Du!! Du!!! Weißt Du das Her­zlieb? Du!!! Ich muß Dich sooo lieb haben, oh!!! Die Eltern sitzen vor’m Ofen, Vater raucht mir und Mutsch von Deinen Zigaret­ten vor! Weit­er­lesen!

27. August 1941

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Mittwoch, den 27. Aug. 1941

Mein liebes, teures Weib! Herzenss­chätzelein! Holde mein!!

Nun ist es so weit, daß ich Dir meinen let­zten Boten schick­en soll, bevor ich sel­ber komme, bevor wir uns wieder­se­hen. Oh Geliebte! So dicht vor uns[e]rer großen Freude, so kurz vor mein­er Heimkehr zu Dir, zu Dir, laß uns die Zeit uns[e]rer Tren­nung bedenken, damit wir uns auch ganz tief und dankbar freuen. Weit­er­lesen!

04. August 1941

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Mon­tag, am 4. August 1941.

Herza­ller­lieb­ster mein!! Du!!! Mein lieber, guter [Roland]!

Du!!! Ob mir wohl mein Her­zlieb böse ist?

So lange schwieg ich! 2 Tage habe ich nicht geschrieben! Geliebter!! Laß Dir nun heute, da ich wieder daheim bin erzählen. Am Sonnabend­mor­gen kurz vor 800 [Uhr] sind wir mit dem W. Bus bis zum Bahn­hof gefahren. Das Wet­ter war aus­ge­sucht schön. Beladen mit dem Kinder[s]tühlchen, der Bowle, einem Kof­fer und den 2 Zuck­ertüten, zogen wir los! Kurz vor ½ 1000 [Uhr] langten wir in G. an. Man erwartete uns schon mit dem Wagen an der Bahn. Weit­er­lesen!

1. August 1941

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Fre­itag, am 1. August 1941.

Mein Geliebter!! Du!!! Mein lieber[,] aller­lieb­ster [Roland]!

Du!!!!! Wo soll ich denn nun gle­ich anfan­gen? Ich will Dir erst von ganz belan­glosen Din­gen erzählen, Du!!!!! damit [sic] ich nicht über­laufe vor Freude und Jubel. Ach Her­zlieb! Du!!! Heute fällt mir doch das Stille­sitzen fürchter­lich schw­er! Kannst Du das begreifen? Dein Fre­itag­brief ist doch heute gekom­men!!! Worin sooo viele Neuigkeit­en ste­hen vom Urlaub! Ach Du!!! Wenn der abhan­den gekom­men wäre!!! Ich hätte mich doch zuschan­den geärg­ert! Du!!!!! Also: Eben bin ich aus der Bade­wanne gestiegen und habe bei mir gedacht und gerech­net, wieviele Male mußt’ denn eigentlich noch ohne Bade­meis­ter baden? Und da bin ich darauf gekom­men, daß es noch zwei Male sind! Weit­er­lesen!

29. Juli 1941

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Dien­stag, am 29. Juli 1941.

Herza­ller­lieb­ster! Du mein lieber, guter [Roland]!

Ich kann nicht zur Ruhe gehen, wenn ich nicht Dein gedacht habe. Und wenn es heute auch nur wenige Zeilen sind, ich meine es nicht min­der lieb und her­zlich mit Dir, mein Herzenss­chatz! Das sollst Du ganz sich­er wis­sen!! Du!!!

Da hat­ten wir nun heute ‚das große Waschfest[’]! Um 6 Uhr ging’s los – jet­zt ist es gle­ich 9 Uhr abends! Ich brauche Dir wohl nicht erst zu ver­sich­ern, daß ich hun­demüde bin. Weit­er­lesen!