Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Geheimnis

10. November 1940

[401110–1‑1] Sonn­tag, den 10. Novem­ber 1940 Mein lie­bes teu­res Herz! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Du! Hol­de mein! Fast ganz allein sit­ze ich in uns[e]rer war­men Stu­be. Es ist Sonn­tag­abend. Uns[e]re Bat­te­rie ist heu­te Wach­bat­te­rie. Dann befin­den sich fast alle Mann oben in den Bun­kern neben den Geschüt­zen, und die Stu­be ist leer. Wie­der ist ein Sonn­tag herumgegangen, […]

29. Oktober 1940

[401029–1‑1] Diens­tag, den 29. Okto­ber 1940 Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]! Hol­de! Heu­te begin­ne ich mit dem Schrei­ben schon zu Mit­tag, wer weiß, was heu­te abend noch alles dazwi­schen kommt. Die Vor­be­sich­ti­gung ist vor­bei. Dein Hubo ist nicht auf­ge­fal­len, das genügt. Es ist ein kal­ter, schö­ner Tag heu­te. Mir haben die Hän­de gefro­ren. Heut[’] […]

20. Oktober 1940

[401020–1‑1] Sonn­tag, den 20. Okto­ber 1940 Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de] Du! Hol­de mein! Wohl­be­hal­ten bin ich aus Kiel zurück um die­sel­be Stun­de wie am ver­gan­ge­nen Sonn­abend. Es war ein erle­se­ner Tag ges­tern, gegen Mit­tag, som­mer­lich warm, ich habe geschwitzt auf dem Wege zum Auto­bus. Habe wie­der ein­ge­kauft in Kiel, eine gro­ße Trau­be, Äpfel, […]

18. Oktober 1940

[401018–1‑1] Frei­tag, den 18. Okto­ber 1940 Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te Du! Hol­de mein! Das war heu­te ein leich­tes Wochen­en­de. Sonst ist das Wochen­en­de gefürch­tet, alles wird noch ein­mal wie­der­holt und stramm exer­ziert, damit die Sol­da­ten „fer­tig“ sind für die bei­den Fei­er­ta­ge. Wir haben das nie zu spü­ren bekom­men, die jun­gen Frei­wil­li­gen uns gegen­über schon eher. Also: […]

01. Oktober 1940

[401001–2‑1] Diens­tag, am 1. Okto­ber 1940. Herz­al­ler­liebs­ter! Du, mein gelieb­ter [Roland]! Ich hal­te noch Dei­ner lie­ben Brief in mei­ner Hand, Du! Er erreich­te [sic]  mich eben, heu­te nach­mit­tag. Herz­lieb, Du! Wie soll ich Dir dafür dan­ken? Du hast mich so sehr beglückt, Du! Ich hab mich über­freut — wei­nen muß ich. Ach, mein [Roland]! Daß ich […]

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