01. März 1941

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Am 1.3.1941 unter­zeich­ne­te Bul­ga­ri­en sei­nen Bei­tritt zum Drei­mäch­te­pakt, hier sind die Unter­schrif­ten von Bog­dan Filow, Ioa­chim Rib­ben­trop, Cia­no und Hiro­shi Oshi­ma auf dem Bei­tritts­pro­to­koll zu sehen. Lizen­ziert unter Wiki­me­dia Com­mons, über Wiki­pe­dia 3/2016.

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Sonn­abend, den 1. März 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Bin doch ein rich­ti­ger Meis­ter. Das ers­te, was ich hier begin­ne, ist, daß ich wie­der schrei­be. Mal sehen, ob ich es noch kann. Alles schläft noch. 7 Uhr ist es, da ich mich her­ein­steh­le in die Bara­cken­welt. Alles schläft – oben in den Bun­kern. Alarm ist gewe­sen (in Kiel nicht), nun wird erst um 8 Uhr geweckt – dazu sind wir Wach­bat­te­rie. Aber etli­che Kame­ra­den schla­fen doch unten, und die möch­te [ic]h nicht stö­ren, und so habe ich mich in die Schreib­stu­be geschli­chen, um gleich ein Stünd­chen mit Dir zu plau­dern. Noch steckt Dein Hubo in der Urlaubs­haut. In einer Stun­de wird sie unbarm­her­zig zer­ris­sen. Aber ich bin Gott­lob [sic] glück­lich am Ziel – nicht am Ziel mei­ner Wahl, Herz­lieb, Du weißt es, das liegt ganz wo anders [sic]! Wei­ter­le­sen!

08. Februar 1941

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Sonn­abend, den 8. Febru­ar 1941.

Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]! Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te mein!

Herz­lieb! Herz­lieb! Ganz lei­se heu­te Du!! Du!!! Ganz lei­se!! Gelieb­te! Sonst muß ich träu­men – süß – und das will ich nicht – ich will nicht träu­men – ich will bei Dir sein! Herz­lieb, Dei­ne über­strö­men­de Freu­de, sie will mich ver­schlin­gen, Du!! Du!!! Fein still!!! Ich dan­ke Dir für Dei­ne lie­ben Boten – zwei kamen heu­te. Herz­lieb! Ich darf sie gar nim­mer lesen, sonst ist es um mich gesche­hen. Ich bin heu­te gleich mal nach Eckern­för­de gegan­gen um 5 Uhr – ich muß­te mei­ne Freu­de aus­lau­fen, muß­te mich müde lau­fen – ach Du!! ein paar mal muß­te ich ein­hal­ten und ste­hen­blei­ben – es schmerz­te zu sehr – Du!!! Du!!!!! – Beim Ver­schö­ne­rungs­rat bin ich ein­ge­kehrt und ein paar Über­ra­schun­gen für uns bei­de habe ich besorgt – Du – ich muß­te heu­te mei­ner Freu­de einen Lauf las­sen, sonst war sie zu groß!!! Wei­ter­le­sen!

27. Januar 1941

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Mon­tag, am 27. Janu­ar 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mei­ne lie­ber, lie­ber [Roland]!! Gelieb­ter Du!!

Heu­te ist es wie­der grim­mig kalt drau­ßen, alles ist hart gefro­ren, auch die Fens­ter sind zu bis oben­hin. Aber – die lie­be Son­ne scheint, Du! So hell! Und so blau ist der Him­mel! Wun­der­schön ists [sic: ist es] drau­ßen. Wenn ich jeman­den hät­te an des­sen war­mer lie­ber Sei­te, in des­sen schüt­zen­den Arm ich mich kuscheln könn­te, Du! Ich gin­ge an die­sem herr­li­chen Nach­mit­tag wahr­haf­tig spa­zie­ren! Aber so allein – Du!! da ist mir’s doch zu kalt, trotz… bloß drau­ßen!!! Du! Wei­ter­le­sen!

07. Oktober 1940

Volks­schul­klas­se mit Leh­re­rin, geschmückt für das Ern­te­dank­fest. Kärn­ten, Ost­mark, 1941. Foto: Dr. Hel­ga Duf­fek-Kop­per, Web­sei­te: Krump­fen­dorf­chro­nik, 10.2015.

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Mon­tag, am 7. Okto­ber in K., 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein gelieb­ter [Roland]!

Es ist vor­bei, das Gefühl des Ver­las­sen­seins, Du!

Was war das ges­tern? Es hat­te mich wie­der ein­mal über­mannt. Schuld dar­an trug viel­leicht mei­ne gegen­wär­ti­ge Umge­bung; die schwer­mü­ti­ge, süße Musik; die Unter­hal­tung der ande­ren, und ich mit­ten drin und doch so ver­las­sen, so voll unge­stü­mer Sehn­sucht nach Dir, mein [Roland]. Wei­ter­le­sen!

28. September 1940

[Am 28. Sep­tem­ber 1940 war aus Lon­don zum ers­ten Mal Radio Bel­gi­que zuhö­ren: https://youtu.be/7B_wk4_ti-w.]

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Sonn­abend, den 28. Sep­tem­ber 1940.

Lie­bes, teu­res Herz, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de] Du!

Einen Kir­mesgruß hast Du ange­kün­digt, einen Kir­mes­gruß sollst Du von mir haben, sie sol­len sich kreu­zen zum guten Zei­chen, Du! Wie wird Dich mei­ne Bote tref­fen, am Mon­tag, dem rich­ti­gen Kirch­weih­tag? [Du] Liegst viel­leicht noch in dei­nem Bett­lein, das lie­be Köpf­chen ins Kis­sen gedrückt? Nimmst [Du] mich gleich noch ein bis­sel [sic: biss­chen] mit hin­ein, Du, bit­te, bit­te!? Wei­ter­le­sen!