18. Januar 1941

Waermflasche BW 1
Warm­fla­sche, Bild: Bert­hold Wer­ner, CC BY-SA 3.0, über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2016.
[410118–1‑1]

Sonn­abend, den 18. Janu­ar 1941.

Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te mein!!

Hel­le, kla­re Tage sind jetzt. Aber es ist eine stil­le Käl­te. Sie kann uns nicht weh tun, wir sit­zen warm. In mir ist ganz viel Wär­me. Du! Ich kann gut ein wenig davon abge­ben. Aber nur an einen fes­ten Kun­den­kreis: mei­nen lie­ben Buben, und dem lie­ben Packl, und der [Hil­de], und dem Herz­lieb. In wel­cher Form? Ach, das ist zu neu­gie­rig gefragt, je nach den Brenn­stel­len. Nein, nein, übrig ist kei­ne, sie ist genau ver­bucht und die Vor­rä­te sind schon beschlag­nahmt. Wei­ter­le­sen!

Plea­se fol­low and like us:
error

30. Dezember 1938

[381230–1‑1]

B. am 30. Dezem­ber 1938.

Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Ges­tern kam Ihr Paket an. Heu­te zie­ren nun auch Ihre Gaben mei­nen Gaben­tisch. Sie zie­ren ihn, lie­be [Hil­de]. Ich habe mich sehr gefreut über Ihr Geschenk. Was haben Sie sich für Aus­ga­ben gemacht! ‚Die gute Tan­te’ weilt zu Besuch bei uns. Sie ist ganz weg in das schö­ne Käst­chen. Ich schrieb Ihnen schon ein­mal: „Ich muß die Schrei­be­rin die­ser Brie­fe lieb­ha­ben.” Die Brie­fe von mei­nem lie­ben Schatz sol­len zuerst dar­in Platz fin­den, und es wird also ein rich­ti­ges Schatz­käst­lein sein. Ich weiß: auch Sie schenk­ten, um mir Freu­de zu machen, ohne Berech­nung. Wenn uns uns[e]re Geschen­ke auch nicht ver­pflich­ten, wenn sie auch das Schick­sal nicht hem­men kön­nen, so bekräf­ti­gen sie doch, was wir ein­an­der ver­si­cher­ten: daß wir uns ernst prü­fen wol­len. „Las­sen Sie mich nicht allein!” so baten Sie mich; „Las­sen Sie mich nicht so leicht los!” so bat ich Sie.

Vie­len herz­li­chen Dank, lie­be [Hil­de]!

Noch 2 Tage im alten Jahr. Es ist ein eigen­ar­ti­ges Gefühl. “30. Dezem­ber 1938” wei­ter­le­sen

Plea­se fol­low and like us:
error

17. November 1938

[381117–1‑1]

L. am 17. Novem­ber 1938.

Lie­be [Hil­de]!

Vie­len Dank für Ihre Brie­fe. Seit ich mir über­legt habe, wie wenig Zeit Ihnen bleibt, einen Brief zu schrei­ben, unge­stört zu schrei­ben, rech­ne ich Sie sie [sic] Ihnen dop­pelt.

Was Sie abends fort­schi­cken, erreicht mich regu­lär am über­nächs­ten Tag früh. Wenn ich es abho­le, wie heu­te, Nach­mit­tag des nächs­ten Tages. Eben lese ich aus dem Stem­pel, daß Sie den Brief erst heu­te mor­gen in den Kas­ten gesteckt haben, jetzt ist er schon in mei­nen Hän­den. Ihre Kar­te lag auf mei­nem Tisch, als ich ges­tern abend gegen ¼ 8 zurück­kehr­te. 8 Stun­den lag ich auf der Bahn, trotz­dem brach­te die Rei­se inne­ren Gewinn. Wenn man Abstand nimmt von einer Arbeit, sieht man man­ches mehr und anders als aus der Nähe. Der Wech­sel des Ortes, des Schau­plat­zes, macht mich schnell inner­lich frei und locker. Das beob­ach­te ich schon bei dem Wech­sel von Schu­le und Zuhau­se. Wei­ter­le­sen!

Plea­se fol­low and like us:
error

15. Oktober 1938

[381015–1‑1]

13.10.38

L. am 15. Okto­ber 1938.

Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]!

Drei­und­zwan­zig Bil­der besit­ze ich jetzt von Ihnen und drei­und­zwan­zig Brie­fe. Das mag für mich der Anlaß sein, mich Ihrem Brief­ge­den­ken anzu­schlie­ßen.

Dies­mal habe ich beson­ders unge­dul­dig auf Ihren Brief gewar­tet, ohne daß ich einen rech­ten Grund dafür anfüh­ren könn­te. Ganz gegen die Abma­chun­gen begann die Schu­le erst am Diens­tag, der Schul­lei­ter teil­te mir das am Sonn­abend mit, ich reis­te also Mon­tag. So froh und leicht wie am Mon­tag­mor­gen ist mir lan­ge nicht gewe­sen, und dabei war doch Abschieds­tag. Ich erwäh­ne das nur, weil Sie schrei­ben, daß Sie am Mon­tag mei­ner beson­ders gedacht haben. Wei­ter­ele­sen!

Plea­se fol­low and like us:
error

21. September 1938

[380921–1‑1]

20.9.

L. am 21. Sept. 1938

Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]!

Am Mon­tag nach uns[e]rer letz­ten Begeg­nung [h]abe ich im Kalen­der geblät­tert — 4 Wochen, so eine Men­ge Blät­ter. Und nun sind sie fast her­un­ter, der nächs­te Sonn­abend schon – – –.

Herz­lich will­kom­men sind Sie mir. „Sie kommt zu mir.”, dar­in liegt so viel; ein Mäd­chen, kein Phan­ta­sie­ge­bil­de, ein rich­ti­ges, leib­haf­ti­ges Mäd­chen! Zum ers­ten Male habe ich Damen­be­such. Das mag Ihnen zur Freu­de [g]ereichen, das soll mich ent­schul­di­gen, wenn ich mich unge­schickt anstel­le oder es an etwas feh­len las­se. 48 Stun­den wer­den wir auf­ein­an­der ange­wie­sen sein. Das bedeu­tet einen Schritt zu grö­ße­rem Ver­traut­sein. Ich sehe ihm hoff­nungs­voll ent­ge­gen. Wir wer­den nicht zu has­ten brau­chen, Sie wer­den am Sonn­abend nicht nach Hau­se zu fah­ren brau­chen, auch am Sonn­tag noch nicht — Sie wer­den es nicht dür­fen. L. ist trotz­dem noch ein drit­ter, unper­sön­li­cher Ort, und uns[e]re Begeg­nung soll uns die Frei­heit der Ent­schei­dung nicht verkürze[n.] Wei­ter­le­sen!

Plea­se fol­low and like us:
error