21. April 1941

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Sonn­tag, den 20. April 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te, Gelieb­te mein!!

Wo soll ich nun anfan­gen mit dem Erzäh­len? Sollst doch teil­neh­men an allem, was hier vor­geht und was wir hier erle­ben! Ein Päck­chen, wie­der von Dir!, kam heu­te an – mit Fil­men. Konn­te ich gleich einen ver­knip­sen heu­te und brauch­te nicht zu gei­zen. Er geht mit die­ser Post ab, und ich bin gespannt, ob die­se Packun­gen unan­ge­tas­tet in Dei­ne Hän­de gelan­gen. Für Dei­ne Besor­gun­gen sei recht lieb bedankt – noch viel lie­ber für Dei­nen Gruß – ich freue mich, daß Du mir die sin­ni­gen Kar­ten schickst – sind doch sehr schön und sin­nig. Wei­ter­le­sen!

17. April 1941

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Don­ners­tag, am 17. April 1941.

Mein gelieb­tes, gutes Man­ner­li! Herz­lieb! Du mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Es ist gleich ½ 4 Uhr am Nach­mit­tag. Die lie­be Son­ne scheint, seit heu­te früh schon. Und das ist Wet­ter für die Wasch­frau! So bin ich heu­te aufs´[sic] Neue los­ge­zo­gen mit mei­nem Hucke­pack nas­ser Wäsche. Das Glück war mir hold! Es ist fast alles schon tro­cken. Du kannst Dir wohl den­ken, wie froh ich nun bin. Mei­ne Hän­de hab[´] ich mir so erfro­ren, daß ich kaum noch Gefühl drin habe. Immer in dem eis­kal­ten Was­ser her­um­ge­planscht beim Spü­len. Ich hat­te ja kein war­mes mehr, weil ich den Kes­sel nicht mehr feu­er­te. Und beim Auf­hän­gen heu­te früh biß mir die Käl­te nur so unter die Fin­ger­nä­gel – es hat­te näm­lich gereift und war kalt! Ja Herz­lieb! So sieht bei uns der Früh­ling aus. Wei­ter­le­sen!