07. Mai 1942

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Don­ners­tag, den 7. Mai [19]42

Her­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Das Wich­tigs­te zuvor. So wie man erst im Zuge sit­zend sagen kann, daß man Urlaub hat, so auch, daß man abkom­man­diert wird. Es ist also ganz dumm, vor­her voll Unru­he zu sein, „durch­zu­dre­hen“, wie man hier sagt. Aus uns[e]rer Abrei­se wird also nichts, weil kei­ne Ersatz­leu­te da sind und gestellt wer­den kön­nen. Heu­te ist des­halb mit der ent­schei­den­den Stel­le tele­fo­niert wor­den, ich war selbst Zeu­ge die­ses Gesprä­ches. Wei­ter­le­sen!

03. Mai 1942

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Offi­zie­re und Unter­of­fi­zie­re der 3. Kure Spe­zi­al-Lan­dungs­kräf­te, wel­che Tula­gi im Mai 1942 besetz­te und wäh­rend der alli­ier­ten Rück­erobe­rung bei­na­he voll­kom­men auf­ge­rie­ben wur­de. Foto vom 17. Febru­ar 1942, Kure, Japan. Lizenz­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2018.

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Sonn­tag­abend, am 3. Mai 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­ter, guter [Roland]! Herz­lieb mein!

Nun ist es so weit! Ich kann mich zu Dir set­zen, kann Dei­ne lie­ben Hän­de fas­sen – ach, Gelieb­ter! Ich bin doch so glück­lich! Bin so von Her­zen froh! Weil ich Dich sooo lieb­ha­ben kann, Du! Sooo lieb­ha­ben muß! Oh Her­ze­lein! Könn­test Du mei­ne gro­ße, her­zin­ni­ge Freu­de sehen! Ich glau­be Du wür­dest ganz sehr froh und glück­lich sein, weil Du soviel Macht über mich hast durch Dei­ne Lie­be!!! Du!! Ich bin doch ganz Dein! Wei­ter­le­sen!

01. Mai 1942

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79.

Frei­tag, am 1. Mai 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter!! Mein lie­ber, guter [Roland]!!

Nun hat die Mai­en­zeit begon­nen, die viel besun­ge­ne, die Zeit der Lie­ben­den – Won­ne­mo­nat! Ach ja – wir spü­ren hier noch nichts von der Won­ne lin­der, kosen­der Früh­lings­lüf­te. Im Gegen­teil: der klei­ne Tem­pe­ra­tu­ren­an­stieg [sic] ist wie­der zurück­ge­fal­len und wir ver­zeich­nen statt Wär­me­gra­de Käl­te­gra­de. Heu­te schneit es lus­tig drauf­los! Kalt ist’s auch. Na, nur nicht gleich ver­zwei­feln und nicht gleich den Kopf ver­lie­ren! Es muß doch ein­mal bes­ser wer­den, der Monat ist noch lang! Wei­ter­le­sen!

06. Januar 1942

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[Salo­ni­ki,] Diens­tag, den 6. Janu­ar 1942

Herz­lieb! Du! Mei­ne lie­be [Hil­de]! Mein Weib!

Heu­te will ich mich doch mit Dei­nen lie­ben Boten von ges­tern befas­sen. Es sind die vom Sonn­abend, Sonn­tag und Mon­tag. Wenn ich nun, ver­wan­delt, mei­nem Schät­ze­lein begeg­net wäre, als es so ent­täuscht und rich­tig trau­rig von der Post ging zur Kir­che, da hät­te ich doch den­ken kön­nen, es grollt  mir, es schmollt mit sei­nem Liebs­ten, es ist ihm böse. Wei­ter­le­sen!

04. Januar 1942

Sol­dat beim Lesen der Zei­tung “Das Reich”, Sowjet­uni­on, 1941. Bild: Pro­pa­gan­da­kom­pa­ni­en der Wehr­macht — Heer und Luft­waf­fe, DBa Bild 101I-018‑0011-07, über Wiki­pe­dia Com­mons, Lizenz: CC-BY-SA 3.0, 02.2018.

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[Salo­ni­ki] Sonn­tag, d.[en] 4. Janu­ar 1942

Herz­al­ler­liebs­te mein! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Schät­ze­lein, gelieb­tes! Voll Fra­gen und Span­nung und Erwar­tung ist doch Dein Man­ner­li – ganz voll, daß es ihm bei­na­he das Herz­lein beklem­men will: ob ich denn zu Dir kom­men darf? Zu Dir? Ob es denn über kur­zem schon wahr wer­den soll, daß wir ein­an­der wie­der­se­hen? Oh Her­ze­lein! Ich spü­re es: Du war­test mit mir – Du fragst mit mir – Du betest mit mir – oh Du! Du!!! Du!!!!! !!!!! !!! Gedul­dig wol­len wir blei­ben, demü­tig erge­ben in Got­tes Wil­len – bei ihm ist alles beschlos­sen! Oh sag, Du! Was läßt so tief uns fra­gen? Was macht unser Herz erzit­tern? Wor­auf war­tet es sooo in tiefs­tem bewegt? Oh Du!!!!! Du!!!!! !!!!! !!! Wei­ter­le­sen!