09. Februar 1940

S. am 9. Febru­ar 1940.

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Henri de Toulouse-Lautrec 014
Hen­ri de Tou­lou­se-Lautrec, Die bei­den Freun­din­nen, 1894, gemein­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 02.2015.
[400209–1‑1]Dei­ne Freun­din. Ein­mal hab ich Dich gefragt, ob Du mir (ein­mal) etwas über dei­ne Freun­din schrei­ben wol­lest. Heu­te kann ich es sagen, es geschah mit Vor­be­dacht. Ich woll­te dei­ne Urteils­fä­hig­keit auf die Pro­be stel­len und woll­te sehen, nach wel­chen Wert­maß­stä­ben Du den Dir nahe­ste­hen­den Men­schen beur­teilst. Soviel ich mich besin­ne, bist Du dem aus­ge­wi­chen. In dei­nem zwei­ten Brief an mich klagst Du mir ja, daß die Freun­din Dich nicht ver­steht. Also war sie schon damals kei­ne wah­re Freun­din. Frau­en haben ein star­kes Bedürf­nis sich mit­zu­tei­len und anzu­ver­trau­en, Mäd­chen zumal in der Zeit, da sie mit dem star­ken Geschlecht Bekannt­schaft machen. Wei­ter­le­sen!
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6. Februar 1940

Fastnachtsvergnügen im Schwarzwald 1890
Gus­tav Hei­ne, Fast­nachts­ver­gnü­gen im Schwarz­wald, 1890, gemein­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 02.2015.
[400206–2‑1]

O., am Fast­nachts­tag 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Nun ist es schon der zwei­te Tag, daß Du fort bist. Ich war am Sonn­abend und Sonn­tag so glück­lich und froh und ruhig, weil Du bei mir warst. Ich weiß und ich füh­le und erken­ne es aus Dei­nem gan­zen Wesen, wie lieb Du mich hast, und wie Du mir die Treue hältst. Du, Liebs­ter! Kann ich das Dir jemals genug dan­ken?

Ich hat­te Angst vor den kom­men­den Tagen ohne Dich. Es war eine fal­sche Angst – ich habe ein gutes Gewis­sen – es war Angst vor dem Unbe­kann­ten, Unge­wis­sen, daß mei­ner war­te­te; von dem ich nicht wuß­te, ob ein Schat­ten auf unser Glück fiel, durch die Unvor­sich­tig­keit mei­ner Freun­din. Wei­ter­le­sen!

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15. Oktober 1939

Bundesarchiv Bild 183-2008-0415-508, Warschau, Luftaufnahme, Zerstörungen.jpg
War­schau, Luft­auf­nah­me, Zer­stö­run­gen, Bild: Arthur Grimm, 1. Sep­tem­ber 1939, DBa Bild 183‑2008-0415–508, Lizen­ziert unter CC-BY-SA‑3.0‑de über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2014.

[391015–2‑1]

O., am 15. Okto­ber 1939.

Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Abend ist es, da ich hier sit­ze und schrei­be. Warm ist es im Zim­mer und die Lam­pe spen­det ihr mil­des, tröst­li­ches Licht. Es ist gut und schön — und ich emp­fin­de dank­bar, daß ich jetzt gebor­gen im Eltern­hau­se sein kann, wäh­rend drau­ßen Sturm und Regen der Natur die letz­te Schön­heit voll­ends rau­ben. Heu­te Vor­mit­tag bin ich ein Stück gegan­gen und ich sah, wie drau­ßen das Ster­ben mit Rie­sen­schrit­ten vor­an­geht. Ich habe den Herbst gern, er ist eine erns­te Jah­res­zeit — in mei­nen Gedan­ken sehe ich den Herbst oft als ein Gleich­nis für die Men­schen. “15. Okto­ber 1939” wei­ter­le­sen

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14. April 1939

[390414–2‑1]

O., am 14. April 1939.

Diens­tag­abend [11. April 1939].

Mein lie­ber [Roland]!

Heu­te, nach den Fei­er­ta­gen ist kein Kränzl, und ich habe den Abend zu einem Spa­zier­gang benutzt. Ich bin ja so froh, wenn ich ein­mal allein und an der Luft sein kann, mein Dienst geht auch jetzt noch bis 6 abends. Wir kön­nen unser[e]m Chef nicht genug schaf­fen. Wei­ter­le­sen!

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27. Januar 1939

Rangabzeichnungen der NSDAP, ca. 1930, Quelle: National Archives & Records Administration, Aufgeladen von OberRanks, 3 January 2010, http://en.wikipedia.org/wiki/File:EarlyNaziPartyRanks-NARA.jpg, heruntergeladen Dez 2013
Rang­ab­zeich­nun­gen der NSDAP, ca. 1930, Quel­le: Natio­nal Archi­ves & Records Admi­nis­tra­ti­on, Auf­ge­la­den von Ober­Ranks, 3 Janu­a­ry 2010, http://en.wikipedia.org/wiki/File: EarlyNaziPartyRanks-NARA.jpg, her­un­ter­ge­la­den Dez 2013

[390127–1‑1]

L. am 23. Jan. 1939

Am Mon­tag.

Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Eben kom­me ich von mei­nem Spa­zier­gang nach Hau­se. Einen Blick muß­te ich wer­fen nach dem Wes­ten. Ver­gan­ge­ne Woche war ich eini­ge­ma­le [sic] abends unter­wegs. Wenn Gedan­ken und Gefüh­le mich bestür­men, dann treibt es mich hin­aus. Es ist, als ob sie tief dann unter dem gleich­mä­ßi­gen Puls mei­ner Schrit­te bes­ser ord­nen lie­ßen. So war es am Mitt­woch, so am Don­ners­tag, als ich den Brief an Ihre Mut­ter zum Auto gebracht hat­te, so am Frei­tag, als ich Ihren Brief besorg­te. Es war eine böse Woche, ein wil­des Karus­sell der Gedan­ken und Gefüh­le. Wei­ter­le­sen!

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