Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Freundschaft

25. Mai 1940

[400525–1‑1] S. am 23. Mai 1940. Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be [Hil­de], Du! So lan­ge brauch­te ich nicht nach der Feder zu grei­fen! Still ist es wie­der gewor­den in mei­nem Hau­se [sic], nach fro­her Gesel­lig­keit nun dop­pelt und selt­sam still. Ich spü­re früh­mor­gens nicht mehr den Atem hin­ter mei­ner Tür, brau­che nicht mehr rück­sichts­voll lei­se zu tre­ten. Du stehst […]

09. Februar 1940

S. am 9. Febru­ar 1940. Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! [400209–1‑1]Dei­ne Freun­din. Ein­mal hab ich Dich gefragt, ob Du mir (ein­mal) etwas über dei­ne Freun­din schrei­ben wol­lest. Heu­te kann ich es sagen, es geschah mit Vor­be­dacht. Ich woll­te dei­ne Urteils­fä­hig­keit auf die Pro­be stel­len und woll­te sehen, nach wel­chen Wert­maß­stä­ben Du den Dir nahe­ste­hen­den Menschen […]

6. Februar 1940

[400206–2‑1] O., am Fast­nachts­tag 1940. Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Nun ist es schon der zwei­te Tag, daß Du fort bist. Ich war am Sonn­abend und Sonn­tag so glück­lich und froh und ruhig, weil Du bei mir warst. Ich weiß und ich füh­le und erken­ne es aus Dei­nem gan­zen Wesen, wie lieb Du mich hast, […]

15. Oktober 1939

[391015–2‑1] O., am 15. Okto­ber 1939. Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Abend ist es, da ich hier sit­ze und schrei­be. Warm ist es im Zim­mer und die Lam­pe spen­det ihr mil­des, tröst­li­ches Licht. Es ist gut und schön — und ich emp­fin­de dank­bar, daß ich jetzt gebor­gen im Eltern­hau­se sein kann, wäh­rend drau­ßen Sturm und […]

14. April 1939

[390414–2‑1] O., am 14. April 1939. Diens­tag­abend [11. April 1939]. Mein lie­ber [Roland]! Heu­te, nach den Fei­er­ta­gen ist kein Kränzl, und ich habe den Abend zu einem Spa­zier­gang benutzt. Ich bin ja so froh, wenn ich ein­mal allein und an der Luft sein kann, mein Dienst geht auch jetzt noch bis 6 abends. Wir kön­nen unser[e]m Chef […]

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