Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Freundschaft

09. Februar 1940

S. am 9. Febru­ar 1940. Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! [400209–1‑1]Dei­ne Freun­din. Ein­mal hab ich Dich gefragt, ob Du mir (ein­mal) etwas über dei­ne Freun­din schrei­ben wol­lest. Heu­te kann ich es sagen, es geschah mit Vor­be­dacht. Ich woll­te dei­ne Urteils­fä­hig­keit auf die Pro­be stel­len und woll­te sehen, nach wel­chen Wert­maß­stä­ben Du den Dir nahe­ste­hen­den Men­schen […]

6. Februar 1940

[400206–2‑1] O., am Fast­nachts­tag 1940. Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Nun ist es schon der zwei­te Tag, daß Du fort bist. Ich war am Sonn­abend und Sonn­tag so glück­lich und froh und ruhig, weil Du bei mir warst. Ich weiß und ich füh­le und erken­ne es aus Dei­nem gan­zen Wesen, wie lieb Du mich hast, […]

15. Oktober 1939

[391015–2‑1] O., am 15. Okto­ber 1939. Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Abend ist es, da ich hier sit­ze und schrei­be. Warm ist es im Zim­mer und die Lam­pe spen­det ihr mil­des, tröst­li­ches Licht. Es ist gut und schön — und ich emp­fin­de dank­bar, daß ich jetzt gebor­gen im Eltern­hau­se sein kann, wäh­rend drau­ßen Sturm und […]

14. April 1939

[390414–2‑1] O., am 14. April 1939. Diens­tag­abend [11. April 1939]. Mein lie­ber [Roland]! Heu­te, nach den Fei­er­ta­gen ist kein Kränzl, und ich habe den Abend zu einem Spa­zier­gang benutzt. Ich bin ja so froh, wenn ich ein­mal allein und an der Luft sein kann, mein Dienst geht auch jetzt noch bis 6 abends. Wir kön­nen […]

27. Januar 1939

[390127–1‑1] L. am 23. Jan. 1939 Am Mon­tag. Mei­ne lie­be [Hil­de]! Eben kom­me ich von mei­nem Spa­zier­gang nach Hau­se. Einen Blick muß­te ich wer­fen nach dem Wes­ten. Ver­gan­ge­ne Woche war ich eini­ge­ma­le [sic] abends unter­wegs. Wenn Gedan­ken und Gefüh­le mich bestür­men, dann treibt es mich hin­aus. Es ist, als ob sie tief dann unter dem […]

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