12. November 1941

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Mitt­woch, am 12. Novem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Gelieb­ter Du!!!

So wie abwech­selnd Don­ners­tag und Frei­tag Dein frei­er Tag ist, so ist Mitt­woch mein unfrei­er Tag.

Aber ich kla­ge nicht dar­um; denn der Abend gehört ja noch mir! Und nun ist es Abend und ich set­ze mich zu Dir, mei­nem liebs­ten Gesell! Zu Dir, dem ich alle mei­ne Zeit schen­ken möch­te! Ach, bei Dir bin ich doch am aller­liebs­ten auf Erden! Du!! Du!!! Weißt Du das Herz­lieb? Du!!! Ich muß Dich sooo lieb haben, oh!!! Die Eltern sit­zen vor’m Ofen, Vater raucht mir und Mutsch von Dei­nen Ziga­ret­ten vor! Wei­ter­le­sen!

08. November 1941

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Sonn­abend, am 8. Novem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­ter [Roland]! Du! Herz­al­ler­liebs­ter!

Gleich wird es um ½ 3 Uhr sein nach­mit­tags. Die Mutsch ist Wege lau­fen, der Vater geht sam­meln. Und ich bin schön allein – sehr lan­ge zwar nicht, Du!!! Aber doch so lan­ge, um Dir einen ganz, ganz lie­ben Kuß zu geben und auch solan­ge, um Dich ganz, ganz sehr lieb zu haben – ach Her­ze­lein, lie­bes!!! Du!! Du!!! Auch heu­te Nacht habe ich so lieb, so süß von Dir träu­men müs­sen, wie auch schon in der vor­an­ge­gan­ge­nen Nacht. Du! Herz­lieb! Dein Bild ver­folgt mich bis in mei­ne Träu­me hin­ein – ich hab[’] Dich sooooo sehr lieb – mein Her­ze­lein, Du!!! Soviel Sehn­sucht ist in mir! Du!!! Wei­ter­le­sen!

14. Oktober 1941

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Diens­tag, am 14. Okto­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein liebs­ter [Roland]! Herz­al­ler­liebs­ter Du!!!

Wie­der ist ein Vor­mit­tag ver­gan­gen und es ist nun die Stun­de da, wo ich ganz bei Dir sein kann, Du!!! Am liebs­ten möch­te ich Dich doch jetzt ganz nahe bei mir haben, Du mein Herz­lieb! Ich habe gro­ße Sehn­sucht nach Dir, ach!!! Du!!! Du!!!

Und wenn Du jetzt, um die­sel­be Stun­de schläfst, dann nimmt es mich nicht Wun­der, wenn ich Dir im Traum erschei­ne, Du! Ach, ich den­ke doch sooo lieb und sehn­süch­tig Dein! Du soll­test jetzt bei mir sein! Du!! Was meinst Du denn, was Schö­nes neben mir steht, am Fuß­bo­den? Rate ein­mal! Wei­ter­le­sen!

13. Oktober 1941

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Mon­tag, am 13. Okto­ber 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter mein! Du lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Es ist Vor­mit­tag, ich bin allein. Und ich muß mir jetzt eine Stun­de Zeit gön­nen, bei Dir zu sein, Du! Du klag­test in zwei Dei­ner Boten über die Form­lo­sig­keit uns[e]rer Zeit. Ich habe Dich ver­stan­den, Herz­lieb. Ich muß auch alle Dei­ne Betrach­tun­gen und Begrün­dun­gen gel­ten las­sen, weil Du recht hast. Und es ist wahr­lich erschre­ckend, dar­über nach­zu­den­ken, wie das Gan­ze noch ein­mal enden wird. Wei­ter­le­sen!

18. Mai 1941

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Sonn­tag­abend, am 18. Mai 1941

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Mein lie­ber, guter [Roland]!!

Das Brief­pa­pier ist alle und ich habe nir­gends in der Stadt wel­ches auf­trei­ben kön­nen. Erst kom­men­de Woche bekom­men die Geschäf­te wie­der wel­ches her­ein. Aber dies hier ver­rich­tet es auch ein­mal, ja? Wenn es nur so beschaf­fen ist, daß mein Herz­lieb alles Lie­be erken­nen kann, das ich ihm schrei­ben und sagen will! Dann ist’s schon gut. Wei­ter­le­sen!