15. Dezember 1940

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Sonn­tag, den 15. Dez. 1940.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Dei­ne trü­ben Gedan­ken woll­te ich alle ver­scheu­chen, den Schat­ten woll­te ich weh­ren. Und mir selbst woll­te ich wie­der ein­mal Klar­heit suchen. Gelieb­te! An einer gro­ßen Ent­schei­dung ste­hen wir bei­de. Und es ist nur ver­ständ­lich und recht, wenn wir nach­schau­en, wo wir bei­de ste­hen, damit wir dann des­to siche­rer wei­ter­schrei­ten. Daß uns[e]re Lie­be tief und ernst ist, daß sie stark genug ist, ein Kind­lein zu tra­gen, das möch­te ich Dir recht deut­lich machen. Und daß Dein [Roland] bereit dazu ist, des­sen möch­te ich Dich ganz ver­si­chern. Wenn ich dabei von mir spre­chen muß, sollst Du nicht den­ken, daß ich mich loben will. Ich möch­te Dir sagen: daß mei­ne Lie­be zu Dir nie erkal­ten wird. Wei­ter­le­sen!

27. Oktober 1940

Von Braz­za­vil­le aus ver­brei­te­te Charles de Gaul­le am 28. Okto­ber 1940 sein Mani­fest, in dem er die fran­zö­si­schen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zu allen Anstren­gun­gen in die­sem Krieg auf­ruft.

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Sonn­tag, den 27. Okto­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te, Hol­de mein!

Hol­de, komm! Setz Dich neben mich, lehn Dein Köpf­chen an mei­ne Schul­ter, laß Dir Dein lie­bes Köpf­chen strei­cheln. Dein alter, lan­ger, dum­mer, guter [Roland] sitzt neben Dir, Dein Hubo, Dein Dicker­le. Und jetzt als Dein Beschüt­zer. Für einen Augen­blick ver­gißt er, daß [er] die lie­be, schö­ne, hei­ße jun­ge [Hil­de] in sei­nen Armen hält, er fühlt jetzt nur sei­nen Schütz­ling, sein [Hilde]kind, sein [Hilde]herz. Du magst ihn fort­ja­gen, magst ihn verwünschen,—er wird nicht von Dei­ner Sei­te wei­chen und wird Dir folgen—aus Lie­be. Und was er Dir jetzt sagt mit ruhi­ger, väter­li­cher Stimme—er sagt es aus lau­ter Lie­be: Mußt Dich fein brav und ruhig hal­ten. Liebs­te,! [sic] wie schreck­lich wäre das, wenn Dei­ne Augen mich nicht mehr erkenn­ten, wenn Dei­ne Stim­me an mir vor­bei­gin­ge in die Irre, wenn Du nicht mehr wüß­test, daß ich bei Dir bin! Fein still und gedul­dig! Mußt Dich dazu zwin­gen, Herz­lieb, mußt dar­um beten, daß Du stark bleibst! Mein lie­bes [Hilde]herz! Denk an Dei­ne Gesund­heit, denk an uns[e]re Zukünft, denk dar­an, daß wir uns doch noch ein gan­zes lan­ges Leben lieb­ha­ben wol­len! Wei­ter­le­sen!

21. September 1940

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Sonn­abend den 21. Sep­tem­ber 1940

Herz­al­ler­liebs­te, Du mei­ne lie­be [Hil­de]!

Zug von Wehrmachtssoldaten im 2. Weltkrieg
Zug von Wehr­machts­sol­da­ten, um 1940, Autor W. Hans­ke, über Man-ucom­mons, lizen­ziert unter Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.
Ich habe mich bei­sei­te­ge­stoh­len, sit­ze drau­ßen und las­se mir die Son­ne auf den Buckel schei­nen. Ich will Dir jetzt eini­ges von den Kame­ra­den auf der Stu­be erzäh­len. Wir lie­gen also 19 Mann auf der Stu­be. Unser Johann ist am Mitt­woch zurück­ge­kehrt. So, nun will ich mal der Rei­he nach gehen, mal sehen wie weit ich kom­me. Der Rei­he nach, das ist der Grö­ße nach. Mit uns[e]rer Stu­be bil­den wir eine Grup­pe, drei Grup­pen bil­den einen Zug, 2 Züge eine Kom­pa­nie. Wei­ter­le­sen!

17. September 1940

The Battle of the Atlantic, 1939-1945 CH1354.jpg
Der Roy­al Navy Zer­stö­rer HMS ANTHONY ret­tet Über­le­ben­de von einem Ret­tungs­boot des SS CITY OF BENARES, das am 17. Sep­tem­ber 1940, getrof­fen von einem deut­schen Mari­ne-U-Boot, sank. Das Schiff hat­te Kin­der von Eng­land nach Kana­da eva­ku­ie­ren wol­len. Impe­ri­al War Muse­um Foto CH1354 über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.

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Diens­tag am 17. Sep­tem­ber 1940

Herz­al­ler­liebs­te, Du, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Habe ich mich schon für den Sonn­tags­gruß bedankt? Es ist der schöns­te Augen­blick des Tages, wenn die Post ver­teilt wird, und man ist selbst glück­li­cher Emp­fän­ger. Ges­tern Mon­tag überraschte[n] und erfreu­ten mich die Zei­len Dei­ner lie­ben Mut­ter. Sage Ihr [sic] und Pappsch vie­len herz­li­chen Dank. Jetzt ist Mit­tags­pau­se. Ich lie­ge auf mei­nem Bet­te und schrei­be. Wei­ter­le­sen!

15. September 1940

Auszug aus dem Brief
Aus­zug aus dem Brief

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1. [sie­he Bild]

Sonn­tag, am 15. Sep­tem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Heu­te, an die­sem trau­ri­gen Regen­sonn­tag kam Dein lie­ber Brief recht wie ein Son­nen­strahl zu mir, Liebs­ter! Sei recht sehr bedankt dafür. Sag, — das liegt mir eben ganz oben­auf — habe ich denn mit gar kei­nem Wort erwähnt, daß ich Dei­nen lie­ben Dank­brief für das Päck­chen erhal­ten habe? Das will mir doch gar nicht in demn Sinn, wo ich mich gera­de über die­sen Brief so sehr gefreut habe, weil Du so voll Dank warst über die Klei­nig­kei­ten, die ich Dir schick­te. Und ich fand auch noch die klei­ne [Ges]chichte so köst­lich, die im besag­ten Brie­fe stand, vom Kame­ra­den, der Dich so foppt über die dün­nen Brie­fe, die zuerst anka­men, statt der erwar­te­te ‘Dicke’ [sic]! Wei­ter­le­sen!