22. März 1942

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[Salo­ni­ki] Sonn­tag, den 22. März 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes, teu­res Weib!

Sonn­tag­abend ist. Viel­leicht sitzt Du um die­se Stun­de am ande­ren Ende und denkst mein, Gelieb­te! Ach Du! Du!!! Soviel Unge­duld und Unru­he habe ich doch über­haupt noch nicht in mir gespürt wie gera­de nach die­sem Urlaub. Wei­ter­le­sen!

13. Februar 1942

Pieter Bruegel the Elder - The Tower of Babel (Vienna) - Google Art Project - edited.jpg
Der Turm­bau zu Babel, 1563, von Pie­ter Brue­gel der Älte­re, ursprüng­lich aus dem Goog­le Art Pro­ject., Gemein­frei, Link

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Wien, den 13. Febru­ar 1942

Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Auf dem toten Gleis, so kommt man sich hier vor, abge­stellt. Ach, wie man­cher, der jetzt so bös mit dran muß, wünsch­te es sich viel­leicht so. Es ist eben kein Mensch zufrie­den mit dem, was er gera­de hat. Und wir soll­ten es doch sein, ganz zufrie­den und dank­bar. Oh ja, ganz zufrie­den und dank­bar. Wei­ter­le­sen!

14. Dezember 1941

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[Salo­ni­ki,] Sonn­tag, den 14. Dez[.ember] 1941

Herz­al­ler­liebs­te! Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes Weib!

Jetzt komm[‘] ich aber nun schnell, ganz schnell zu Dir, Liebs­te! Ach Du ! Mit Unge­duld habe ich doch auf die Stun­de gewar­tet. Huschl huschl huschl [sic]! Ist es kalt bei mei­nem Her­ze­lein? Muß ich[‘]s doch gleich ein bis­sel wär­men? Magst [Du] Dich gleich ein bis­sel auf mei­nen Schoß setz­ten? Wei­ter­le­sen!

15. November 1941

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[Salo­ni­ki] Sonn­abend, den 15. Nov. 1941

Mein lie­bes, lie­bes Her­ze­lein! Gelieb­te, Du! Mein lie­bes Weib!

Nun kann ich wie­der bei Dir sein, Schät­ze­lein! Ganz allein mit Dir sein. Dun­kel ist es um mich her. Ich sit­ze beim Lich­te der Steh­lam­pe. Im Ofen mum­melt das Feu­er. Warm ist es im Stüb­chen, ganz warm, Du!!! Das Skat­tour­nier hat begon­nen, durch die Wand hört man die Kar­ten klat­schen. Oh Herz­lieb! Wie bin ich froh so ganz allein, sooo froh mit Dir allein! Ach Du! Du!!! Wei­ter­le­sen!

9. November 1941

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[Thes­sa­lo­ni­ki] Sonn­tag, den 9. Nov. 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mein lie­bes, lie­bes Her­ze­lein!

Ein­ge­trie­ben sind wir wie­der. Von uns[e]rer Wan­de­rung zum Kapel­len­berg. Du weißt schon, wel­chen ich mei­ne. Es ist eines uns[e]rer liebs­ten Wan­der­zie­le gewor­den. Und heu­te haben wir es auf einem ganz neu­en Wege ange­steu­ert (wir sind doch See­leu­te!), der hat uns über­aus gut gefal­len. Es war aber auch ein Tag, der wie­der recht alles im schöns­ten Lich­te zeig­te. So warm, daß wir – gegen 2 Uhr mach­ten wir uns auf den Weg – schwitz­ten. In der Son­ne waren min­des­tens 20 Grad. Die­se Herbst­ta­ge hier sind zu köst­lich! Wei­ter­le­sen!