23. Juni 1942

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K., am 23. Juni 1942

Herza­ller­lieb­ster! Mein geliebtes, treues Herz! Mein lieb­ster [Roland!]

Nun ist schon Dien­stag und heute kann aber kom­men was will, ich schreibe Dir, Du mein liebes Herzelein! Prachtvolles Wet­ter ist, seit ich hier bin, daran habe ich meine Freude; denn ich kann doch faulen­zen Her­zlieb! Ein­mal die Sonne genießen von früh bis abends! Ja, denke Dir nur, da bin ich doch schon nebe­nan bei S.s in der Ern­te­hil­fe tätig. Siegfried auch mit. Heuernte ist’s! Weit­er­lesen!

25. Mai 1942

Vik­tor de Kowa und Lau­ra Solari in “Die Sache mit Styx”, deutsche Spielfilm, 1942. Foto: Eugen Klage­mann — © Tobis Filmkun­st. Über IMDb, 09.2018.

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Am 2. Pfin­gst­feiertag 1942.

Mein liebes gutes Herzelein! Du!! Geliebter!! Mein [Roland]!

[Du] Wirst Dich wun­dern, daß das Geschriebene aus Bleis­tift ist? Ich sitze unten im Garten im Lieges­tuhl, die Beine hochge­zo­gen und auf meinen Knien liegt der Schreibeblock, auf den ich mein Brieflein an Dich schreiben will. Ob ich es am Abend nochmal mit Tinte abschreibe? Ach Du! [Du] wirst es schon auch so lesen kön­nen, gelt? Und ich will doch lieber die Zeit, die ich zum Abschreiben brauchte, ver­wen­den, um noch ein bis­sel länger mit meinem Herzelein zu reden. Du!!! Weit­er­lesen!

25. Mai 1942

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[Saloni­ki] Pfin­gst­son­ntag, den 25.Mai 1942

Herzen­schätzelein! Geliebte! Mein liebes, teures Weib!

Heiß ist der Tag, kaum ein Wölkchen am Him­mel. Wäre ich daheim, es litte mich nicht im Zim­mer, ich müßte hin­aus in Flur und Wald. Aber es ist zu heiß und dieses Land hier ist zu öde, ist erbar­mungs­los der Sonne aus­ge­set­zt. Gern würde ich heute baden gehen – aber eine schöne Badegele­gen­heit gibt es auch nicht. Weit­er­lesen!

21. Mai 1942

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[Saloni­ki] Mittwoch, den 20. Mai 1942

Herzelein! Geliebte! Mein liebes, teures Weib!

Heute ist es doch schon spät, da ich zu Dir komme. Die Kam­er­aden K. und H. sind im Vari­eté. Mit den Kam­er­aden He. und Schr. habe ich noch lange am Tis­che gesessen und mich mit ihnen unter­hal­ten über die Stel­lung des Chris­ten­tums zum neuen Staat. Wir kom­men in unseren Ansicht­en und Mei­n­un­gen ganz übere­in und sind auch alle der Hoff­nung, daß es nach diesem Kriege auch zu ein­er Befriedung im Inner[e]n kom­men wird. Du kannst Dir denken, daß ich mich gern ein­mal so unter­halte – mit K. und H. kon­nte ich das nicht, sie haben zu diesen Fra­gen keine Stel­lung, sie ken­nen diese Fra­gen gar nicht. “21. Mai 1942” weit­er­lesen

10. Mai 1942

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87.

Son­ntag, am 10. Mai 1942.

Herzenss­chätzelein! Mein geliebtes Herzelein! Mein [Roland], Du!

Nun ist der Mai schon wieder zweis­tel­lig, die Tage eilen pfeilgeschwind dahin, so empfinde ich [es]. Und sie sollen auch schnell verge­hen, mein Herzelein! Was soll uns all die lange Zeit, die wir ein­sam, jedes für sich zubrin­gen müssen? Die Zeit mag eilen, eilen! Bis wir uns wieder­haben, Geliebter! Bis wird endlich Frieden sein! Weit­er­lesen!