Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Freizeit

28. November 1942

[421128–1‑1]

Sonn­abend, den 28. Novem­ber 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Du! Herz­al­ler­liebs­te mein!

Umsonst habe ich gewar­tet heu­te, es ist kein Bote zu mir gekom­men. Am Mon­tag wirst Du wenig Zeit erüb­rigt haben – aber am Sonn­tag hast Du mein doch gewiß gedacht – wer weiß, wor­an es wie­der mal liegt.

12. September 1942

[420912–1‑1] Sonn­tag, den 12. Sept. 1942. Her­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]! Du!!! End­lich, end­lich kom­me ich zu Dir, Du! Gelieb­te! Ist doch das Man­ner­li heu­te aus­ge­zo­gen nach dem hohen Berg. Wir hat­ten es ja schon eine Wei­le vor. Am vori­gen Sonn­tag zer­schlug es sich. Ich war nun auch gar nicht mehr die trei­ben­de Kaft. Son­dern die jungen […]

23. Juni 1942

[420623–2‑1] K., am 23. Juni 1942 Herz­al­ler­liebs­ter! Mein gelieb­tes, treu­es Herz! Mein liebs­ter [Roland!] Nun ist schon Diens­tag und heu­te kann aber kom­men was will, ich schrei­be Dir, Du mein lie­bes Her­ze­lein! Pracht­vol­les Wet­ter ist, seit ich hier bin, dar­an habe ich mei­ne Freu­de; denn ich kann doch fau­len­zen Herz­lieb! Ein­mal die Son­ne genie­ßen von früh […]

25. Mai 1942

[420525–2‑1] Am 2. Pfingst­fei­er­tag 1942. Mein lie­bes gutes Her­ze­lein! Du!! Gelieb­ter!! Mein [Roland]! [Du] Wirst Dich wun­dern, daß das Geschrie­be­ne aus Blei­stift ist? Ich sit­ze unten im Gar­ten im Lie­ge­stuhl, die Bei­ne hoch­ge­zo­gen und auf mei­nen Knien liegt der Schrei­be­block, auf den ich mein Brief­lein an Dich schrei­ben will. Ob ich es am Abend noch­mal mit […]

25. Mai 1942

[420525–1‑1] [Salo­ni­ki] Pfingst­sonn­tag, den 25.Mai 1942 Her­zen­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mein lie­bes, teu­res Weib! Heiß ist der Tag, kaum ein Wölk­chen am Him­mel. Wäre ich daheim, es lit­te mich nicht im Zim­mer, ich müß­te hin­aus in Flur und Wald. Aber es ist zu heiß und die­ses Land hier ist zu öde, ist erbar­mungs­los der Son­ne aus­ge­setzt. Gern würde […]

Nach oben scrollen