14. März 1942

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[Salo­ni­ki] Sonn­abend, den 14.3.42

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Sonn­abend­abend. Es ist eben 8 Uhr vor­bei. Warm ist’s in unser[e]m Stüb­chen. Kame­rad K. hat sich eben ins Nach­bar­zim­mer bege­ben zum Skat­a­bend. Dar­auf hat doch das Man­ner­li gewar­tet. Nun kann es ganz unge­stört mit Dir plau­dern, ganz lieb Zwie­spra­che hal­ten, gelieb­tes Herz!

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23. Juni 1942

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K., am 23. Juni 1942

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein gelieb­tes, treu­es Herz! Mein liebs­ter [Roland!]

Nun ist schon Diens­tag und heu­te kann aber kom­men was will, ich schrei­be Dir, Du mein lie­bes Her­ze­lein! Pracht­vol­les Wet­ter ist, seit ich hier bin, dar­an habe ich mei­ne Freu­de; denn ich kann doch fau­len­zen Herz­lieb! Ein­mal die Son­ne genie­ßen von früh bis abends! Ja, den­ke Dir nur, da bin ich doch schon neben­an bei S.s in der Ern­te­hil­fe tätig. Sieg­fried auch mit. Heu­ern­te ist’s! Wei­ter­le­sen!

25. Mai 1942

Vik­tor de Kowa und Lau­ra Sola­ri in “Die Sache mit Styx”, deut­sche Spiel­film, 1942. Foto: Eugen Kla­ge­mann — © Tobis Film­kunst. Über IMDb, 09.2018.

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Am 2. Pfingst­fei­er­tag 1942.

Mein lie­bes gutes Her­ze­lein! Du!! Gelieb­ter!! Mein [Roland]!

[Du] Wirst Dich wun­dern, daß das Geschrie­be­ne aus Blei­stift ist? Ich sit­ze unten im Gar­ten im Lie­ge­stuhl, die Bei­ne hoch­ge­zo­gen und auf mei­nen Kni­en liegt der Schrei­be­block, auf den ich mein Brief­lein an Dich schrei­ben will. Ob ich es am Abend noch­mal mit Tin­te abschrei­be? Ach Du! [Du] wirst es schon auch so lesen kön­nen, gelt? Und ich will doch lie­ber die Zeit, die ich zum Abschrei­ben brauch­te, ver­wen­den, um noch ein bis­sel län­ger mit mei­nem Her­ze­lein zu reden. Du!!! Wei­ter­le­sen!

25. Mai 1942

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[Salo­ni­ki] Pfingst­sonn­tag, den 25.Mai 1942

Her­zen­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Heiß ist der Tag, kaum ein Wölk­chen am Him­mel. Wäre ich daheim, es lit­te mich nicht im Zim­mer, ich müß­te hin­aus in Flur und Wald. Aber es ist zu heiß und die­ses Land hier ist zu öde, ist erbar­mungs­los der Son­ne aus­ge­setzt. Gern wür­de ich heu­te baden gehen – aber eine schö­ne Bade­ge­le­gen­heit gibt es auch nicht. Wei­ter­le­sen!

21. Mai 1942

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[Salo­ni­ki] Mitt­woch, den 20. Mai 1942

Her­ze­lein! Gelieb­te! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Heu­te ist es doch schon spät, da ich zu Dir kom­me. Die Kame­ra­den K. und H. sind im Varie­té. Mit den Kame­ra­den He. und Schr. habe ich noch lan­ge am Tische geses­sen und mich mit ihnen unter­hal­ten über die Stel­lung des Chris­ten­tums zum neu­en Staat. Wir kom­men in unse­ren Ansich­ten und Mei­nun­gen ganz über­ein und sind auch alle der Hoff­nung, daß es nach die­sem Krie­ge auch zu einer Befrie­dung im Inner[e]n kom­men wird. Du kannst Dir den­ken, daß ich mich gern ein­mal so unter­hal­te – mit K. und H. konn­te ich das nicht, sie haben zu die­sen Fra­gen kei­ne Stel­lung, sie ken­nen die­se Fra­gen gar nicht. “21. Mai 1942” wei­ter­le­sen