06. Mai 1942

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[Salo­ni­ki] Mitt­woch, den 6. Mai 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Fei­er­abend ist. Kurz vor sie­ben Uhr. Der Feder­hal­ter ist bald heiß­ge­lau­fen. Das ist ein wenig über­trie­ben. Denn mit der Feder wird das wenigs­te geschrie­ben. Und so scharf war das Arbeits­tem­po am heu­ti­gen Nach­mit­tag gar nicht, obwohl Arbeit genug daliegt. Aber was nicht gera­de eilt, kommt auch mor­gen noch zurecht.

Wei­ter­le­sen!

30. April 1942

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Don­ners­tag, am 30. April 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes treu­es Herz! Mein liebs­ter [Roland]!

Nach­mit­tags um 3 Uhr ist es jetzt. Ich bin nun fer­tig mit mei­ner Arbeit im Hau­se; fer­tig für heu­te. Schon alles rei­ne­ge­macht habe ich, weil gro­ße Wäsche bevor­steht; damit wir uns nicht so zu über­an­stren­gen brau­chen. Wir wer­den wohl Sonn­abend Sonn­tag waschen, – der 1. Mai wird dies­mal am 2. Mai gefei­ert – da ist Mut­ter frei und Papa muß Küchen­chef spie­len! Ich bin ja bloß gespannt, ob wir da etwas zu essen bekom­men, oder wird er so lang kos­ten, bis nichts mehr übrig ist! Wei­ter­le­sen!

13. März 1942

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Frei­tag, den 13.März 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Du! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Herz­blü­me­lein!

Ganz stil­le ist’s im Hau­se. Nur ein Rau­schen vom Meer her­auf und ein Häm­mern von der Werft. Und der lie­be Son­nen­schein mit 36° auf mei­nem Rücken. Der ist ja ganz lei­se, gelt? So lei­se wie der Mond­schein, daß er sogar Lie­ben­de beschlei­chen und belau­schen kann, Du!!! Wei­ter­le­sen!

09. Januar 1942

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[Salo­ni­ki] Frei­tag, den 9. Janu­ar 1942

Mein lie­bes, teu­res Herz! Du, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Schät­ze­lein! Vor­wärts drängt die Zeit – und mor­gen ist der läng­li­che Janu­ar schon zwei­stel­lig. Luft­wärts [sic] stre­ben die Tage zur Höhe des Jah­res und wir erge­ben [sic] uns nicht zufrie­den in die­sen Lauf des Jah­res, froh jedes neu­en Tages – wir schau­en unru­hig aus, vor­wärts und rech­nen, über­schla­gen – wann wird Frie­den sein, Frie­den?! Wei­ter­le­sen!

11. Juli 1941

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Frei­tag, den 11. Juli 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­lieb! Gelieb­te mein!

Mein Herz­lieb ist doch auf der Rei­se ganz mit dem Kalen­der durch­ein­an­der­ge­kom­men, ich mei­ne jetzt mit dem Zet­tel­ka­len­der. Dein lie­bes Geden­ken von der Sta­ti­on der Heim­rei­se erreich­te mich heu­te, datiert vom 5.6.41 (!) der Post­stem­pel aber lau­tet vom 4.7.41. Ist mei­nem Wei­berl eine 1 ver­rutscht. Nun ist es gewiss längst zu Hau­se, ganz schnell ist es gefah­ren, Du! Mein Herz­lieb! Mein ein­zi­ges! Flieht nach Hau­se! Flieht zum Man­ner­li! Du! Du!! Gelieb­te! Komm zu mir! Birg Dein lie­bes Köpf­chen an mei­nem Her­zen! Mein Reh­lein! Mein Herz­blü­me­lein! Hier bist Du daheim! Hier bist du gebor­gen! Du!! Du!!!!! Wei­ter­le­sen!