06. Mai 1941

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Diens­tag, am 6. Mai 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein [Roland]!

Du! Ich weiß gar­nicht [sic] mehr[,] was ich den­ken soll, es will und will nicht Früh­ling wer­den. Alles in der Natur drau­ßen hat sich berei­tet, zu blü­hen und zu grü­nen, aber es bleibt alles in den Anfän­gen ste­cken. Die Knos­pen und die ers­ten grü­nen Hälm­chen auf Feld und Wie­se, sie sind schon seit vie­len Tagen bereit, sich wei­ter zu ent­fal­ten – sie [ve]rmögen’s nicht, die lie­be Son­ne fehlt. Was soll das wer­den mit uns[e]rer Ern­te? Schon Mai, der Bau­er kann nichts tun. So wie er die Samen­kör­ner in die Erde streut, ver­fau­len sie, so naß ist es immer von neu­em. Der Regen läßt schon seit Wochen nicht mehr nach, wenn auch mal ein schö­ner Tag dazwi­schen war, der kann aber alles auch nicht auf­ho­len. Wei­ter­le­sen!