15. Mai 1942

[420515–2-1]

92.

Frei­tag, am 15. Mai 1942.

Her­zen­schät­ze­lein! Mein gelieb­ter, guter [Roland]! Her­ze­lein!

Es ist doch wie­der Abend gewor­den, da ich nun end­lich mich zu Dir set­zen kann. Der Tag war reich ange­füllt mit Geschäf­ten aller Art. Wie über­haupt der Frei­tag der hei­ßes­te Tag in der Woche ist. Früh­mor­gens begin­ne ich mit dem Rei­ne­ma­chen, soviel Schmutz gibt es zwar nach dem gro­ßen Putz nicht gleich wie­der. Aber in den bei­den Küchen, wo wir immer her­um­ho­cken, da sieht es reich­lich schmut­zig aus wenn eine Woche um ist. “15. Mai 1942” wei­ter­le­sen

20. Februar 1942

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Frei­tag, am 20. Febru­ar 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­ter, liebs­ter [Roland]!

Heu­te set­ze ich mich gleich am Vor­mit­tag zu Dir, weil mir die gestren­ge Frau Mama für den Nach­mit­tag Rei­ne­ma­chen ankün­dig­te. Na! Das Töch­ter­chen wird sie dabei selbst­re­dend nicht im Sti­che las­sen! Es wird die­se Woche schnell gehen; denn wir haben alles schon gründ­lich gesäu­bert vor­her. Es ist nur, daß man den Staub ent­fernt. Wir wer­den heu­te Nach­mit­tag mit uns[e]rer gan­zen Woh­nung fer­tig. Und anschlie­ßend wird gleich noch geba­det, dann kann der Sonn­tag kom­men.

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20. Oktober 1941

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[Salo­ni­ki] Mon­tag, den 20.Oktober 1941

Mein lie­bes teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te mein!

Nun war es ges­tern doch 8 Uhr am Abend gewor­den – und ich so müde. Du bist mir nicht bös[‘] wenn ich nun heu­te Mon­tag mich beei­le, Dir zu berich­ten. Er geht schon am Nach­mit­tag mit weg und erreicht Dich also mit einer kaum merk­li­chen Ver­spä­tung. Wei­ter­le­sen!

26. September 1941

T&Savatar[410926–2-1]

Frei­tag, am 26. Sep­tem­ber 41.

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter!!

Du sitzt im Zuge, schickst viel­leicht gera­de jetzt auch Dei­ne Gedan­ken zu mir – Du! Ach Du! Wie könn­te es wohl anders sein? Du mußt so wie ich zurück­den­ken – zurück an unser uner­meß­li­ches Glück, an die köst­li­chen Stun­den innigs­ter Ver­bun­den­heit und heim­lichs­ter Trau­te – mein gelieb­ter [Roland]! O Du!!! Es ist mir heu­te noch kei­ne Minu­te schmerz­lich zum Bewußt­sein gekom­men, daß Du nun wie­der fort von mir bist – nicht schmerz­lich, son­dern ganz tief im Inners­ten froh und beglückt und ruhig kann ich an Dich den­ken. Wei­ter­le­sen!

10. August 1941

T&Savatar[410810–1-1]

Sonn­abend, den 9. Aug. 1941

Herz­lie­bes Schät­ze­lein! Mein lie­bes, teu­res Herz!

Ätsch! Ätsch! Siehst, so tri­um­phiert Dein Man­ner­li heu­te! War­um? Ja, war­um! Weil es nun schwarz auf Weiß [sic] hat, was er erst nur schwarz in Schwarz [sic] hat­te. Noch nicht erra­ten? Die ver­wa­ckel­ten Nega­ti­ve hat Dein Man­ner­li abzie­hen las­sen. Hast [Du] Dir das gedacht? Dürft[e] ich doch nicht Dein Hubo sein und Dich so lieb haben und so neu­gie­rig sein in allem, was mei­nen Her­zens­schatz angeht! Ach Herz­lieb, gelieb­te Mein!!! In jeder Uhr ist ein Teil, der unmit­tel­bar mit der Feder in Ver­bin­dung steht und die Zahn­rä­der takt­mä­ßig wei­ter­treibt, genannt Unrast oder Unru­he. Wei­ter­le­sen!