02. September 1939

390902–2‑1

O., am 2. Sep­tem­ber 1939.

Am Mon­tag.

(2. Sep­tem­ber 1939.)

Mein lie­ber [Roland]!

Der ers­te Tag wie­der daheim, er ver­ging im Ver­gleich mit dem ver­gan­ge­nen recht lang­sam und er war aus­ge­füllt mit stram­mer Arbeit. Es war mir nicht leicht heu­te, ich füh­le recht deut­lich, wie Ihr Lie­ben mich ver­wöhnt habt in die­sen 14 Tagen. Ich bin so von Dank­bar­keit erfüllt, daß ich die­se schö­ne Zeit erle­ben durf­te. Wei­ter­le­sen!

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13. Februar 1939

[390213–2‑1]

O., am 13. Febru­ar 1939.

Mein lie­ber [Roland]!

Zuerst will ich mich recht schön bedan­ken für den Kar­ten­gruß. Das war sehr lieb von Ihnen. Und was Sie da schrei­ben, von Hexen und Geis­tern, das bewog mich nach­zu­den­ken. Wei­ter­le­sen!

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02. Oktober 1938

381002-2-1ia[381002–2‑1]

O., am 2. Okto­ber 1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Ein hei­ßer Schreck durch­fuhr mich heu­te in der Kir­che. Ich glaub­te[,] Sie unter der Gemein­de sit­zen zu sehen. Im sel­ben Moment als ich Sie ent­deckt glaub­te, wur­de es näm­lich neben mir laut: „Seht an, da ist Herr [Nord­hoff]!” Dann aber wen­de­te sich der Herr ein­mal um und wir sahen den Irr­tum. Wei­ter­le­sen!

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21. September 1938

[380921–1‑1]

20.9.

L. am 21. Sept. 1938

Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]!

Am Mon­tag nach uns[e]rer letz­ten Begeg­nung [h]abe ich im Kalen­der geblät­tert — 4 Wochen, so eine Men­ge Blät­ter. Und nun sind sie fast her­un­ter, der nächs­te Sonn­abend schon – – –.

Herz­lich will­kom­men sind Sie mir. „Sie kommt zu mir.”, dar­in liegt so viel; ein Mäd­chen, kein Phan­ta­sie­ge­bil­de, ein rich­ti­ges, leib­haf­ti­ges Mäd­chen! Zum ers­ten Male habe ich Damen­be­such. Das mag Ihnen zur Freu­de [g]ereichen, das soll mich ent­schul­di­gen, wenn ich mich unge­schickt anstel­le oder es an etwas feh­len las­se. 48 Stun­den wer­den wir auf­ein­an­der ange­wie­sen sein. Das bedeu­tet einen Schritt zu grö­ße­rem Ver­traut­sein. Ich sehe ihm hoff­nungs­voll ent­ge­gen. Wir wer­den nicht zu has­ten brau­chen, Sie wer­den am Sonn­abend nicht nach Hau­se zu fah­ren brau­chen, auch am Sonn­tag noch nicht — Sie wer­den es nicht dür­fen. L. ist trotz­dem noch ein drit­ter, unper­sön­li­cher Ort, und uns[e]re Begeg­nung soll uns die Frei­heit der Ent­schei­dung nicht verkürze[n.] Wei­ter­le­sen!

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18. September 1938

[380918–2‑1]

O., am 18.9.1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Die­se ver­gan­ge­ne Woche ist mir fast eine Ewig­keit lang vor­ge­kom­men, ich war so in Sor­ge um Sie. Ihre lie­ben Zei­len haben mich beru­higt. Nichts wäre mir schreck­li­cher, ange­nom­men im Kriegs­fal­le, Sie müß­ten mit fort, ohne daß ich Sie noch ein­mal sehen könn­te. Sie haben recht, die Leu­te machen si[ch]

Terrorist-Aktionen Sudetendeutschen Freikorps, Quelle: Cesta k dekretům a odsunu Němců, 1938, herunterladen von http://en.wikipedia.org/wiki/File:Teroristick%C3%A1_akce_sudeton%C4%9Bmeck%C3%A9ho_Freikorpsu.jpg, August 2013
Ter­ro­rist-Aktio­nen Sude­ten­deut­schen Frei­korps, Quel­le: Ces­ta k dekre­tům a odsunu Němců, 1938, her­un­ter­la­den von http://en.wikipedia.org/wiki/File:Teroristick%C3%A1_akce_sudeton%C4%9Bmeck%C3%A9ho_Freikorpsu.jpg, August 2013

unter­ein­an­der kopf­los mit ihren dau­ern­den Neu­ig­kei­ten; es beruht ja von dem vie­len Gere­de sel­ten mal wirk­lich etwas auf Wahr­heit. Ich hof­fe fest auf einen glück­li­chen Aus­gang die­ser Lage. Ges­tern tra­fen hier 90 Flücht­lin­ge ein, sie wur­den im frü­he­ren Arbeits­la­ger unter­ge­bracht. Heu­te kamen noch 180 an, wie ein Sama­ri­ter zu Vater sag­te. Sie soll­ten ein­mal das rege Leben und Trei­ben sehen in O.. Die Bau­ern fuh­ren stun­den­lang Stroh her­bei; Bäcker, Flei­scher, Krä­mer und wer nur irgend in der Lage ist zu spen­den, setzt sich für die armen Men­schen ein. Ich möch­te nur wis­sen, wie lan­ge sie noch aus­hal­ten müs­sen, ehe alles wie­der gere­gelt ist. Wei­ter­le­sen!

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