16. November 1941

Annalie
Anne­lie, deut­sches Film­dra­ma von Josef von Báky, 1941.

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Sonn­tag, den 16. Novem­ber 1941

Herz­lieb! Gelieb­te! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Das ist der Sonn­tags­bo­te, wird aber am Mon­tag­mit­tag erst geschrie­ben. Als wir bei­den [sic] ges­tern abend schreib­be­flis­sen nach Hau­se kamen, streik­te das Licht wie­der ein­mal — und kam den gan­zen Abend nicht wie­der. So, daß wir im Dun­keln uns[e]re Brat­kar­tof­feln berei­ten muß­ten. Wei­ter­le­sen!

29. Oktober 1941

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Mitt­woch, am 29. Okto­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes, teu­res Herz! Mein [Roland]!!

Weißt Du, wie spät es jetzt ist, da ich Dein den­ke? Gleich um 9 [Uhr] abends! Ja – es wird immer spä­ter, daß ich zur Ruhe kom­me. Ich sit­ze inmit­ten eines Häuf­chens gel­ber Teig­plätz­chen, die ich der Rei­he nach noch backen muß! Da staunst Du viel­leicht? Ich muß doch mei­nen [Roland] wie­der mal Schmät­zel schi­cken! Süße, lie­be Schmät­zel! Du!! Wei­ter­le­sen!

26. Juli 1941

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Sonn­abend, am 26. Juli 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein herz­al­ler­liebs­ter [Roland]!

Heu­te ist wie­der ein hei­ßer Som­mer­tag – wir sind alle ganz kaputt vor Hit­ze. Und wäh­rend ich hier sit­ze und an mein Herz­lieb den­ke, halb­na­ckend!, brü­tet die Nach­mit­tags­son­ne in den Stra­ßen. Der Vater ist auf Fahrt nach Eßba­rem! Die Mut­ter näht an mei­nem wei­ßen Kleid und vor­hin plät­te­ten wir das Mus­ter auf zum Sti­cken – nun kann’s los geh[e]n! Muß ich aber flei­ßig sein! Wei­ter­le­sen!

25. April 1941

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Frei­tag, am 25. April 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein gelieb­ter [Roland]! Herz­lieb Du!!

Bade­tag ist heu­te! 3 Wei­berl wol­len baden! Und kein Bade­meis­ter ist zur Stel­le! So eine Not!! Der bes­te von allen ist ein­ge­zo­gen! Und der ande­re hat Nacht­dienst – ach, wenn doch erst Frie­den wäre. Ja, mein Herz­lieb! ¾ 9 Uhr am Abend ist es, da ich Dein den­ke. Den gan­zen Tag über habe ich viel Arbeit gehabt mit der Säu­be­rung uns[e]rer Woh­nung, alle Zim­mer hin­ter­ein­an­der habe ich durch­ge­nom­men und zuletzt noch die Haus­ord­nung. Da war ich am [E]nde ganz schön müde, aber das war nicht nur vom Schrub­ben – die Zeit ist bald her­um, da ich mir Ruhe gön­nen muß! Wei­ter­le­sen!

14. April 1941

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Oster­mon­tag, den 14. April 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te, Gelieb­te mein!!

End­lich, end­lich, so sage auch ich dank­bar und froh, daß wir uns nun wie­der die Hän­de rei­chen, Gelieb­te! Dei­ne lie­ben Boten vom 3.[,] 5. und 6. April kamen heu­te zu mir als liebs­te Oster­über­ra­schung, Du!! Einer, der vom Frei­tag, den 4. April, scheint zu feh­len. Er wird noch kom­men. Ach Herz­lieb! Es ist, als ob ich es fühl­te, daß wir ein­an­der nun wie­der viel näher sind, Du!! Und gar nicht so alt ist, was Du mir berich­test. Viel, viel Drasch [sic: Geschäf­tig­keit] und Arbeit hat mein Herz­lieb, ich sehe und höre es. So viel Abwechs­lung und Abhal­tung vorm [sic: vor dem] Fes­te! Sie hilft die Zeit verkürzen:[sic] Wei­ter­le­sen!