10. April 1941

Bundesarchiv Bild 183-L22515, Griechenland, Parthenon, Deutsche Soldaten
Grie­chen­land: Deut­sche Sol­da­ten besich­ti­gen den Par­the­non, Athen, April 1941. Foto­graf Dick, All­ge­mei­ner Deut­scher Nach­rich­ten­dienst — Zen­tral­bild, gemein­frei über Bun­des­ar­chiv, Bild 183-L22515 / CC-BY-SA 3.0, 04.2016.
[410410–1-1]

Don­ners­tag, d. 10. April 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Mor­gen ist Kar­frei­tag. Fei­er­abend ist, [es ist] gegen 5 Uhr am Nach­mit­tag. Ich sit­ze in der Schreib­stu­be, im geheiz­ten Zim­mer. Kalt ist es seit 2 Tagen. Es hat ein wenig gereg­net, der Wind weht aus Wes­ten. Es ist sehr frisch. Aber nun sind die Bäu­me grün, die Blät­ter kön­nen nicht mehr in ihre Hül­len zurück­krie­chen. Ich bin jetzt 2 Tage nicht mehr aus dem Bau gekom­men. Es macht kei­ne Freu­de bei die­sem Wet­ter. Uns[e]re Lewa sind fast alle – und es ist unge­wiß, ob wir davon noch ein­mal nachbgekom­men [sic]. Wei­ter­le­sen!

02. November 1940

Carl von Clausewitz
Carl von Clau­se­witz, klas­si­scher deut­scher Rea­list in Fra­gen des Krie­ges, Male­rei von Karl Wil­helm Wach, Quel­le: Hohum, von www.nodulo.org, lizenz­frei über Wiki­me­dia Com­mons. 10.2015.
[401102–1-1]

Sonn­abend, den 2. Novem­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz, mei­ne lie­be, gelieb­te [Hil­de] Du!!

Ich habe schon manch­mal es erlebt und emp­fun­den, daß ich mich auf die Wirk­lich­keit ein­stel­len kann, daß ich ein Rea­list bin. Herz­lieb, die­ses Ver­mö­gen bewahr­te mich ges­tern abend wie­der vor Trüb­sinn und erleich­tert es mir, mich in eine neue Situa­ti­on ein­zu­le­ben. Und heu­te habe ich ihr schon ein paar Licht­bli­cke abge­won­nen. Was hät­te mich denn leicht trüb­sin­nig stim­men kön­nen? Die­se etwas tris­te Umge­bung die­se Feld­la­gers, dazu mein Allein­ste­hen hier, dazu der zunächst völ­lig grund­lo­se Gedan­ke, ich möch­te ein schlech­te­res Los gezo­gen haben als die Kame­ra­den. Und wel­ches sind die ers­ten Licht­bli­cke? Wei­ter­le­sen!