04. April 1941

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Der bri­ti­sche Frach­ter Vol­taire wur­de am 4. April 1941 vom deut­schen Hilfs­kreu­zer Thor vor den Kap­ver­den ver­senkt. Hier, wie im gesam­ten See­krieg, fie­len zahl­rei­che Tote. Foto­graf unbe­kannt, archi­viert in der John Oxley Libra­ry, Sta­te Libra­ry of Queens­land, lizenz­frei über https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14509208, 04.2016.

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Frei­tag, den 4. April 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­lieb! Gelieb­te mein!!

April schrei­ben wir. Dein Geburts­tags­mo­nat, die­ser när­ri­sche. Aber doch auch Oster­mo­nat und Früh­lings­brin­ger.

Ach, viel zag­haf­ter, lei­ser und fei­ner setzt er an in der Hei­mat! Viel län­ger läßt er auf sich war­ten – des­to fro­her begrü­ßen wir ihn dann. Ohne gro­ßes Auf­se­hen, ohne Umstän­de blüht hier alles drauf­los: Pfir­si­che, Kir­schen, Äpfel, Bir­nen, Flie­der – in die­ser Fül­le ach­tet man kaum dank­bar das ein­zel­ne. Die­se April­ta­ge mit som­mer­li­cher Wär­me am Mit­tag und mit den war­men Aben­den, die bei uns selbst im Som­mer sel­ten sind, sie bie­ten sich hier ver­schwen­de­risch dar. Und noch ein ande­res: das herr­li­che, viel­stim­mig jauch­zen­de Kon­zert der Vögel in der Frü­he, es ist hier nicht. Nur Hah­nen­krä­hen und Sper­lings­ge­zänk. Klei­nig­kei­ten – viel­leicht – und doch Wesens­un­ter­schie­de, die bei Natur und Mensch man­cher­lei Par­al­lelerschei­nun­gen haben. Deutsch­lands Raum ist bekannt dafür, daß in ihm die Jah­res­zei­ten am deut­lichs­ten aus­ge­prägt sich abspie­len. Frank­reich hat kei­nen so rech­ten Win­ter, der Nor­den kei­nen rich­ti­gen Som­mer, der Osten weni­ger aus­ge­präg­te Über­gangs­jah­res­zei­ten und gar nicht die Natur, an der sie in Erschei­nung tre­ten könn­ten. Wei­ter­le­sen!