20. April 1941

T&Savatar[410420–2‑1]

Sonn­tag, am 20. April 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, guter [Roland]!

Herz­lieb! Heu­te end­lich! Heu­te ist er bei mir, Dein lie­ber Bote vom Sonn­tag, dem 7. April. Ach, Du weißt ja nicht, wie sehr ich auf ihn war­te­te! Wie ich ihn her­bei­sehn­te, den Boten vom Liebs­ten! Du! Heu­te wäre es der 4. Tag gewe­sen, daß kei­ne Post gekom­men sei für mich! Du!! Nun bin ich aber ganz froh und glück­lich! Ges­tern, an mei­nem Ehren­tag (der Voll­jäh­rig­keit!!) habe ich ja sooo [sic] sehn­süch­tig nach ihm aus­ge­schaut. Früh ver­geb­lich – nach­mit­tags ver­geb­lich. Ach Du! Ich woll­te doch bei­na­he ganz trau­rig wer­den, Herz­lieb! Aber ich wuß­te doch, daß es nicht Dei­ne Schuld ist! Du ver­gißt mich nim­mer­mehr! Du!! Ich weiß es! Es war recht gut, daß die lie­ben Eltern [Nord­hoff] unser Besuch waren ges­tern, so bin ich immer wie­der auf fro­he Gedan­ken gekom­men, und ich hing dem Ent­täuscht­sein nicht immer nach. Nun bin ich heu­te, am Sonn­tag doch belohnt wor­den, für mein War­ten! Und ich weiß, Herz­lieb!! Du!! Ich weiß, und könn­te ganz laut jubeln vor Freu­de, bei die­sem Gedanken!,[sic] daß die Mutsch noch einen ganz lie­ben Brief für mich bereit­hält! Wei­ter­le­sen!

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06. April 1941

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Am 6.4.1941 begann mit dem Ein­marsch der Wehr­macht in Jugo­sla­wi­en der Bal­kan­feld­zug. Kar­te von US Armee, 11.1953, gemein­frei über Wiki­pe­dia, 04.2016.

[410406–2‑1]

Sonn­tag, am 6. April 1941.

Mein lie­ber [Roland]!

Heu­te bekommst Du einen gemein­sa­men Brief. Wor­an merkst Du das, [Nord­hoff]? … Gut! Set­zen!!

Also nun geht’s los: Der lie­be Vater ist nun wohl­be­hal­ten ges­tern gegen abend um 5 Uhr bei uns ein­ge­trof­fen. Wir sind alle sehr froh, daß wir wie­der ein­mal bei­sam­men sind. Nach­dem wir es uns nach dem gemein­sa­men Abend­brot ein wenig gemüt­lich gemacht hat­ten, sind wir noch ein­mal zum Kon­fir­man­den gegan­gen[,] gra­tu­lie­ren. Wei­ter­le­sen!

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2. Februar 1941

T&Savatarsm[410202–1‑1]

Sonn­tag, den 2. Febru­ar 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­lieb! Du!! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Mit­tags­schläf­chen hat Dein Bub gehal­ten. Erst hat er sich voll und dick geges­sen: eine gro­ße Por­ti­on Schwei­ner­nes gab es heu­te. Wir haben näm­lich unse­re bei­den Schwei­ne geschlach­tet. Sie wohn­ten da unten an der Gru­be – ich habe sie kaum ein­mal gese­hen – sie führ­ten wohl ein rech­tes Schat­ten­da­sein – nur abends, wenn mich mein Weg da hin­un­ter führ­te, hör­te ich belus­tigt das zufrie­de­ne Schnar­chen der Bors­ten­tie­re, ich hat­te das bis­her nie gehört – nun haben sie den Sinn ihres Daseins erfüllt: für einen Augen­blick das Herz gefrä­ßi­ger Sol­da­ten höher schla­gen zu las­sen. Wei­ter­le­sen!

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26. Dezember 1940

T&Savatar[401226–1‑2]

Don­ners­tag den 26. Dez.[ember] 1940

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du!!

Eben bin ich zurück aus Eckern­för­de, es ist vier­tel nach zehn. Es war nicht schön. Ich traf die Kame­ra­den am ver­ab­re­de­ten Ort. In 3 Knei­pen sind wir [’]rum­ge­zo­gen, d[as] h[eißt] mich haben sie mit­ge­zo­gen. Ich woll­te ihnen den Spaß nicht gründ­lich ver­der­ben und zeig­te mich wil­lig für die Span­ne Zeit, die ich bei mir für die­sen Aus­gang bewil­ligt hat­te. Dann war ich uner­bitt­lich. Wir haben auch noch zu abend geges­sen. Einer hat­te Fleisch­mar­ken mit. Dein Hubo hat nur Apfel­saft getrun­ken und ist ganz nüch­tern zurück­ge­kehrt. War ich doch wenigs­tens auf ein paar Stun­den uns[’]rer Bude ent­flo­hen, die mir heu­te so auf die Ner­ven ging. Ach, Fei­er­ta­ge bei den Sol­da­ten, lie­ber nicht. Jetzt ist es ziem­lich ruhig. Etli­che lie­gen schon in der Koje, und die Kra­kee­ler sind noch in der Kan­ti­ne. Wei­ter­le­sen!

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20. Dezember 1940

T&Savatar[401220–1‑1]

Frei­tag, den 20. Dezem­ber 1940.

Gelieb­te! Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be, lie­be, [Hil­de] Du!

Jetzt sind wir uns wie­der mal ganz nahe mit unse­ren Boten. Zwei kamen heu­te von Dir, und einer davon, den Du ges­tern noch in Dei­nen lie­ben Hän­den hiel­test, den Du erst ges­tern mit vie­len [^]lie­ben Zei­chen und Gedan­ken und ande­rem mehr auf den Weg schick­test zu mir. Zu mir, Du!! Du, Gelieb­te!! Daß Du mei­ner so lieb und treu denkst! Daß ich Dich in der Hei­mat weiß! Ein siche­rer Kompaß bist Du mir; mein lie­ber, schö­ner Stern, der mich bannt mit sei­nem Strahl, daß ich nur zu ihm immer auf­schau­en muß, daß ich ihm fol­gen muß, daß ich nie mich ver­lie­ren kann. Herz­lie­bes! Daß ich Dich als mei­nen bes­ten Kame­ra­den gewann, als Weg­ge­fähr­ten durch die­se schwe­re Zeit, es ist eine Gna­de, ein Geschenk Got­tes! Wei­ter­le­sen!

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