Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Familie

16. November 1942

29.)

Mon­tag­abend, am 16. Novem­ber 1942.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­bes, herz­lie­bes Man­ner­li! Mein [Roland] !

Hast Du ein lie­der­li­cher Wei­bel! Es ist schon 800 [Uhr] abends und da ist es erst aus der Groß­stadt heim­ge­kom­men – gleich zum Mon­tag! – und nun sitzt es doch schon bei Dir und denkt ganz lieb Dein! Ach Du!! Hab doch eben mein ein­sa­mes Abendbrot […]

14. November 1942

27.)

Sonn­abend, am 14. Novem­ber 1942. 

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Du! 

Ach Her­zens­man­ner­li, end­lich! Was doch alles erst getan sein will, ehe ich zu Dir kom­men kann. Aber eher fin­de ich auch nicht Ruhe, bei Dir zu sit­zen. Die Mutsch kocht Mar­me­la­de und will anschlie­ßend plät­ten. Es liegt noch aller­lei da von der Wäsche her. Ich habe all meine […]

13. November 1942

26.) Frei­tag­abend [sic], am 13. Novem­ber 1942. 

Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Her­zens­schät­ze­lein! Mein Her­zens­man­ner­li! Ich sit­ze beim Schein der Lese­lam­pe, im Ofen brum­melt ein lus­ti­ges Feu­er, Frei­tags ist es ja ein Bade­feu­er! Der Letz­te wäs­sert sich eben!! Papa. Die Uhr zeigt punkt [sic] sie­ben, eben höre ich unse­re Uhr schla­gen, Du! Und beim Man­ner­li ist es ja schon 8°° jetzt. […]

11. November 1942

Mitt­woch, den 11. Nov. 42

Her­ze­lein! Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes, teu­res Herz! 11. Novem­ber – Hell­muths Geburts­tag – wo mag er nun ste­cken? – Ach, die Ört­lich­kei­ten und irdi­schen Wirk­lich­kei­ten möch­ten uns manch­mal alle Fer­ne und Tren­nung furcht­bar und schmerz­lich bewußt machen. Aber die Gedan­ken, der Geist schla­gen Brü­cken – sie las­sen in ihrer Geschwin­dig­keit Räu­me und Ent­fer­nun­gen schrump­fen — und […]

09. November 1942

Mon­tag, am 9. Novem­ber 1942. Am Abend. 

Gelieb­ter! Rudolf! Mein [Roland]!

Bei Dir bin ich mit all mei­nen Gedan­ken. Zu Dir eilt all mei­ne Sehn­sucht. Ich kann sie nicht in mein Herz ver­schlie­ßen, sie durch­bricht den höchs­ten Damm, die ver­schlos­sens­te Tür. Gelieb­ter! Ich muß dich ewig suchen. Mein Leben­lang. Ich weiß es. So wie heu­te, so war es immer schon […]

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