03. August 1941

T&Savatar[410803–1‑1]

Sonn­tag­mor­gen, den 3. Aug. 41

Schät­ze­lein! Her­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de], Du!

Ganz lei­se hab ich mich in Dein Käm­mer­lein gestoh­len – schläft doch noch, mein Her­zens­schatz. Nun sitz[‘] ich am Ran­de vom Bett­lein und schau ihm zu, wie es schläft! Und das darf ich doch eigent­lich nicht – und wenn es erwacht, wird mein Lieb mich bestra­fen. Aber bevor er bestraft wird, da stiehlt der Dieb. Und jetzt bin ich der Dieb. Du!!! Du!!!!! Herz­lieb! Ich muß Dich doch sooo lieb­ha­ben! Und jetzt könnt ich mir doch gleich ein Stück­chen abbei­ßen vor Lie­be – ach Du! lan­ge könnt ich Dir nicht zuschau­en beim Schla­fen. Dann wollt ich es küs­sen, die Stir­ne, und wollt die Wäng­lein an den mei­nen füh­len, und wollt Dich am Näs­chen zup­fen und am Kinn­chen krab­beln – und dann wollt ich sehen, was das für ein Erd­be­ben ist; dort beim Her­ze­lein – und sehen, zu wem das Bein­chen gehört – und dann wollt ich wis­sen, um wen Du Dei­ne Arme sooo lieb ver­schränkst – ach, und unter­des­sen wär es ja längst schon mun­ter – und der Dieb ertappt: „ich wollt doch bloß sehen, ob Du schon mun­ter bist.“ Herz­lieb! Wei­ter­le­sen!

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