12. Juni 1941

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Don­ners­tag, am 12. Juni 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­bes, gutes Man­ner­li!

Du!! Vom Rosen­mo­nat sagst Du mir in Dei­nem letz­ten Brie­fe – ach Du! Bei uns ist es noch lan­ge nicht so weit! Und bei Euch ist schon die gan­ze Pracht ziem­lich vor­über – durch die Hit­ze. Ich muß eben dar­über nach­den­ken, wenn ich hier am Tische sit­ze – im geheiz­ten! Zim­mer. Ja, Dicker­le! Es ist unmög­lich, ohne Feu­er im [Z]immer still zu sit­zen. Drei Tage Regen mit Sturm ver­moch­ten so eine gro­ße Abküh­lung her­bei­zu­füh­ren. Wei­ter­le­sen!

06. Mai 1941

T&Savatar[410506–2-1]

Diens­tag, am 6. Mai 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein [Roland]!

Du! Ich weiß gar­nicht [sic] mehr[,] was ich den­ken soll, es will und will nicht Früh­ling wer­den. Alles in der Natur drau­ßen hat sich berei­tet, zu blü­hen und zu grü­nen, aber es bleibt alles in den Anfän­gen ste­cken. Die Knos­pen und die ers­ten grü­nen Hälm­chen auf Feld und Wie­se, sie sind schon seit vie­len Tagen bereit, sich wei­ter zu ent­fal­ten – sie [ve]rmögen’s nicht, die lie­be Son­ne fehlt. Was soll das wer­den mit uns[e]rer Ern­te? Schon Mai, der Bau­er kann nichts tun. So wie er die Samen­kör­ner in die Erde streut, ver­fau­len sie, so naß ist es immer von neu­em. Der Regen läßt schon seit Wochen nicht mehr nach, wenn auch mal ein schö­ner Tag dazwi­schen war, der kann aber alles auch nicht auf­ho­len. Wei­ter­le­sen!