01. November 1938

[381101–1‑1]

L. am 1. Novem­ber 1938.

Lie­be [Hil­de]!

Bis zum Sonn­tag kann ich Sie nicht war­ten las­sen. Bei mei­ner Rück­kehr schie­nen die Ster­ne, nach denen Sie auf dem Bahn­hof ver­ge­bens aus­schau­ten, und heu­te ist hel­ler Son­nen­schein. Möch­ten es gute Zei­chen sein! Die dun­kels­ten Schat­ten kom­men da nicht auf. ½ 12 bin ich zu Bett, zu der Zeit, da ich auch Sie zu Hau­se wuß­te. Ich habe gebe­tet, für Sie um Kraft, für mich um Geduld und Zuver­sicht. Dar­auf habe ich bis früh 5 fest durch­ge­schlaf­fen. Mir kom­men die Trä­nen, wenn ich dar­an den­ke, daß ich Sie allein so trau­rig in die dunk­le Nacht muß­te zie­len las­sen, Sie Ärms­te, Gute; daß ich Ihren so schwer ver­dien­ten Urlaub ver­bit­tern muß­te, Sie Armes, Gehetz­tes. Ich war so schwach und mut­los. So schnell konn­te ich ver­ges­sen, daß wir uns doch schon so gut ver­stan­den haben!

Wie konn­te das so kom­men? Wei­ter­le­sen!

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4. Juli 1938

[380704–2‑1]

2.7.38

O., am 4. Juli 1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Auszug aus dem Brief
Aus­zug aus dem Brief

Heu­te muß ich den Brief begin­nen, auch wenn ich weiß, daß ich ihn nicht zu Ende schrei­ben kann, mei­ner Müdig­keit hal­ber. Doch ich bin dann im Bewußt­sein, Ihnen Genü­ge getan zu haben, indem ich Ihnen mei­ne gute Heim­kehr mel­de. Ja, mei­ne Rück­rei­se ging etwas ver­dreht an und soll­te auch so enden. In Frei­berg hielt der Zug fast 1/4 Stun­de und kurz vor Chem­nitz konn­te er nicht eher ein­fah­ren, bis ein and[e]rer aus­lief. Ich stand also 1/4 12 auf de[m] Chem­nit­zer Haupt­bahn­hof — der Omni­bus war weg und so bin ich mit dem kurz vor 12 Uhr nach Hau­se gefah­ren. Wei­ter­le­sen!

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