10. Mai 1942

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[Salo­ni­ki] Sonn­tag, den 10. Mai 1942

Gelieb­tes, teu­res Weib! Herz­al­ler­liebs­te mein! Du!!

Oh Her­ze­lein! Du, Gelieb­te! Sonn­tag ist wie­der. Und nun möch­te ich zu Dir kom­men. Ach Her­ze­lein! Am liebs­ten auch gleich bei Dir blei­ben, bis der Schlaf und die Nacht kom­men. Dir gehö­ren doch alle Stun­den! Dir gehö­re ich doch ganz! Und hier, in der Fer­ne – füh­le ich das des­to ent­schie­de­ner. Wei­ter­le­sen!

11. November 1941

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[Salo­ni­ki] Diens­tag, den 11. Nov.[ember] 1941

Her­zens­schät­ze­lein!

Hast Du mich gefun­den? [Ich] Hab[‘] mich doch ein wenig suchen las­sen dies­mal, so wie Du Dich im Schmät­ze­l­pa­ket [Gebäck aus Bai­ser]. Hab[‘] ich mich denn dafür schon bedankt? Du hat­test es doch kaum ange­kün­digt, da war es schon da ‒ ganz fri­sche Schmät­zel! Wei­ter­le­sen!

08. November 1941

 

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[Salo­ni­ki] Sonn­abend, den 8. Nov. 1941

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes, teu­res Weib! Mei­ne [Hil­de]!

Denkst Du wohl mein? Herz­lieb! Ich bin ganz bei Dir! Sonn­abend ist wie­der. Ein leich­ter Tag winkt – Fei­er­tag! Ach Schät­ze­lein – wär[‘] ich doch bei Dir und könn­te ihn mit Dir bege­hen! Alle Sehn­sucht will wach wer­den, Gelieb­te! Wei­ter­le­sen!

9. Oktober 1941

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[Salo­ni­ki] Don­ners­tag, den 9. Okt. 1941

Mein lie­bes, teu­res Weib! Herz­al­ler­liebs­te mein!

Zwei Tage ließ Dein Bote auf sich war­ten – heu­te ist er nun wie­der zu mir gekom­men und bringt mir soviel Freu­de und Lie­be in Wort und Bild – ach, Gelieb­te, und auch Sehn­sucht, die Sehn­sucht weckt – und nun sind es heu­te doch erst 14 Tage, daß ein uner­bitt­li­ches Schick­sal [mich] von Dei­ner Sei­te ent­führ­te, 2 Wochen erst, und ich mein­te doch auch fast, es wären schon bald Mona­te! Sei für Dein lie­bes Geden­ken viel­lieb bedankt! Wei­ter­le­sen!

8. Oktober 1941

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[Salo­ni­ki] Mitt­woch, den 8. Okt. 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Hol­de, Gelieb­te mein!

Nun hebt die Zeit an, da die Fins­ter­nis und die Eis­rie­sen wie­der die Ober­hand gewin­nen. Halb Licht, halb Schat­ten, das ist das Los von uns Erdenkin­dern allen. Und dem lan­gen Licht im Som­mer ent­spricht die lan­ge Nacht im Win­ter. Die aber dort woh­nen, wo die Son­ne immer steil am Him­mel steht, sie ken­nen nicht die spät ver­glü­hen­den Som­mer­ta­ge und die präch­ti­gen Win­ter­ta­ge, die das auf­ge­hen­de Licht gebä­ren. Ach Herz­lieb! Mit­ten über der Arbeit oft und sonst auch habe ich die Hei­mat­land­schaf­ten vor Augen, und die Herbst­land­schaf­ten sind es, die am wärms­ten und tiefs­ten auf­leuch­ten. Wei­ter­le­sen!