22. Mai 1941

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Don­ners­tag, am 22. Mai 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Da wäre nun heu­te ein Fei­er­tag – Him­mel­fahrt. Aber das Gesetz schreibt es dies­mal in Anbe­tracht des Krie­ges anders vor. Alle Wer­ke sind in Betrieb und es kann heu­te wohl nie­mand so faul sein wie ich! Faul – das ist aber nun doch wie­der zu viel gesagt. Bin ich faul, wenn ich an Dich schrei­be, Herz­lieb? Du!! Wirst wohl in die­sem Fal­le der Ein­zi­ge sein, der mir recht gibt und wohl will! Aber weißt, was Freun­de dazu sagen, das küm­mert mich auch gar­nicht [sic]. Ist mir völ­lig schnup­pe. Haupt­sa­che ist, mein Dicker­le ver­steht mich – mehr ver­lan­ge ich nicht. Wei­ter­le­sen!

18. April 1941

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Frei­tag, am 18. April 1941.

Mein gelieb­tes Herz! Du mein lie­ber, guter [Roland]! Herz­al­ler­liebs­ter!

Du! Heu­te ist wie­der kein Bote von Dir gekom­men. Ich bin aber gar­nicht [sic] trau­rig des­halb; weiß ich doch nun gewiß, daß mor­gen, an mei­nem Geburts­tag wenigs­tens einer Dei­ner lie­ben Brie­fe kommt – wenn auch nicht der Geburts­tags­brief, so doch ein and[e]rer lie­ber! Du!! Ach, Du weißt doch selbst, wie sehn­süch­tig man immer nach ihm aus­schaut! Herz­lieb Du! Mein [Roland]! Wei­ter­le­sen!

17. April 1941

T&Savatar[410417–1-1]

Don­ners­tag, den 17. April 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de] Du!!

Einen so lie­ben Boten konn­te ich heu­te emp­fan­gen, den vom Diens­tag, den 8.4. Herz­lieb!! Nimm einen ganz lan­gen, lie­ben Kuß dafür! Du!!!!! Mein Weib, mein lie­bes, mein teu­res!!!!! Wei­ter­le­sen!

09. April 1941

Thessaloniki under the German occupation
Das Stein-Gebäu­de am Eleft­he­ri­as-Platz im grie­chi­schen Thes­sa­lo­ni­ki, das am 9.April 1941 von Wehr­macht­trup­pen besetzt wur­de. April 1941, Foto­graf unbe­kannt. Lizen­ziert unter Crea­ti­ve Com­mons Attri­bu­ti­on-Sha­re Ali­ke 3.0 Unpor­ted, über Wiki­pe­dia, 4/2016, Foto ein­ge­stellt von Phil­ly boy92.
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Mitt­woch, am 9. April 1941.

Mein gelieb­tes Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Herz­lieb Du!! Die gro­ße Freu­de ist noch immer in mir, die Glück­se­lig­keit, daß uns[e]re Boten der Lie­be uns ein­bin­den wie­der[,] ganz fest ver­bin­den. Sooo [sic] weit sind wir von­ein­an­der ent­fernt, sooo nahe sind wir uns durch uns[e]re Zei­chen der gro­ßen Lie­be! Du!! Oh Du!! Ich habe Dich so ganz sehr lieb! Mein [Roland]! Ganz tief und fest und traum­los habe ich heu­te Nacht geschla­fen, Herz­lieb! Weil ich so froh und glück­lich bin, weil ich nun weiß, wir rei­chen uns wie­der ganz lieb und fest die Hän­de! Ich habe lan­ge nicht mehr von Dir geträumt, wohl seit Du wie­der ein ste­hen­des Quar­tier hast. Die ers­te Zeit, da Du noch auf der Bahn saßt, habe ich Nacht für Nacht von Dir geträumt – und weil ich in die­ser Zeit auch so ganz im Unge­wis­sen war über Dich, da waren mei­ne Ner­ven mehr auf­ge­peitscht. Wei­ter­le­sen!

07. März 1941

Holstentor in Lübeck 2015.jpg
Hols­ten­tor, Lübeck. Foto von Chris­ti­an Wolf, 08/2015. Lizen­ziert über CC BY-SA 3.0, Wiki­me­dia Com­mons, 03/2016.

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Frei­tag, den 7. März 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Du sagst mir heu­te etwas Heim­li­ches, etwas ganz Heim­li­ches, Du Lie­be!! Ich sage Dir zur Ant­wort etwas Wich­ti­ges: Es ist nachts ½ 12 Uhr, mei­ne Kof­fer sind gepackt. Ich muß fort. Hör fein zu: Heu­te ½ 5 [Uhr] kam wie ein Blitz aus hei­te­rem Him­mel die Nach­richt, daß ich abge­ru­fen wer­de nach – Lübeck. Tele­fo­nisch kam der Anruf. Ich soll­te auch schon heu­te da ein­tref­fen. Aber mit der Bahn ist kei­ne Mög­lich­keit mehr heu­te. [S]o muss ich mor­gen ½ 6 Uhr fah­ren, ½ 5 Uhr auf­ste­hen. Wei­ter­le­sen!