Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Eltern

08. Mai 1942

[420508–2‑1] 85. Frei­tag, am 8. Mai 1942. Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, aller­liebs­tes Her­ze­lein! Du!! Es ist Abend gewor­den über den Pflich­ten des Tages. Nun rückt der Zei­ger der Uhr auf 900, ich kann nun Fei­er­abend hal­ten, Herz­lieb! Mit Dir!! Mit Dir allein ist es doch erst rech­ter Fei­er­abend, Du! Im Rund­funk erklingt ein schö­nes Sym­pho­nie­kon­zert aus […]

22. März 1942

[420322–2‑1] [O.] Sonn­tag, am 22. März 1942. Mein Her­zens­schät­ze­lein! Lie­ber, liebs­ter [Roland] Du! Sonn­tag­mor­gen ist, die lie­be Son­ne scheint – aber stür­misch ist’s drau­ßen. Da wird alle Näs­se vom Tau­wet­ter gut abtrock­nen. Ich bin allein heu­te, Her­ze­lein! Nur am Vor­mit­tag. Die Oma rief ges­tern an, ob die Eltern könn­ten mal [ein] paar Stun­den hel­fen kom­men. […]

13. Dezember 1941

[411213–2‑1] Sonn­abend, am 13. Dezem­ber 1941. Her­zen­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes teu­res Herz! Du!!! Nun ist es doch gegen mei­nen Wil­len ein­mal so weit gekom­men, daß ich mei­nem Man­ner­li eine Stun­de abknap­sen muß­te von sei­ner Zeit! Du!! Ach, ich weiß, Du bist mir nicht böse dar­um! und ich habe Dich ja genau sooo lieb, bin Dir genau […]

07. Dezember 1941

[411207–2‑1] Am 2. Advents­sonn­tag 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, aller­liebs­ter [Roland]! Heu­te schneit es wie­der, kalt ist’s und ein Sturm hat sich auf­ge­macht. Aber gut tut einem die Luft. Sie ist so rein. Die Eltern wol­len nach­her ein­mal nach M. lau­fen, hin­zu wol­len sie den Staub­sauger mit­brin­gen; denn nun geht doch das Groß­rei­ne­ma­chen los! Man hat’s […]

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