10. September 1940

[400910–2-1]

Diens­tag, am 10. Sep­tem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Nun habe ich wie­der mein lie­bes Zuhau­se um mich, und ich bin recht froh — füh­le mich wohl. Ges­tern abend um 6 Uhr traf ich wie­der hier ein.  Und seit ges­tern haben wir in uns[e]rer Gegend auch wie­der Regen­wet­ter. Alles sieht trost­los grau aus. Es liegt eine unru­hi­ge Zeit hin­ter mir. Die bei­den Jun­gen haben mei­ne star­ken Ner­ven direkt ange­grif­fen. Von mor­gens an, wenn sie die Augen auf­ta­ten, bis zum Abend ging ihr klei­nes Mund­werk, als wäre es auf­ge­zo­gen. Die­se Fragerei–bis aufs’ Blut [fr]agen sie dich aus! Und dabei sind sie so ver­wöhnt und auch ver­zo­gen, ich sag­te Dir das schon ein­mal.

[Johan­na Haa­rer schrieb meh­re­re Best­sel­ler zur Kin­der­er­zie­hung im ‘Drit­ten Reich’, wie hier Johan­na Haa­rer, 1939, Mut­ter erzähl von Adolf Hit­ler, J.F. Leh­manns Ver­lag, München/ Ber­lin.]
Wei­ter­le­sen!