17. Oktober 1941

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[Salo­ni­ki] Frei­tag, den 17. Okto­ber 1941

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­bes teu­res Weib!

Ganz neu­wa­schen [sic] ist Dein Man­ner­li! Vor einer Stun­de saß es noch in der Wan­ne und war­te­te ver­geb­lich auf den lie­ben Bade­meis­ter. Aber sein gedacht habe ich ganz sehr. Ich brau­che ihn doch. Über­all­hin kann ich doch nicht lan­gen! Auf dem Heim­we­ge habe ich mir noch ein paar pfun­di­ge Trau­ben gekauft, [es] wer­den nun bald die letz­ten sein. Wann wird Frie­den sein [sic], essen wir mit­ein­an­der mal um die Wet­te, ja? Und dann stre­cken wir die Wein­bäu­chel ganz lang ins Bett­lein. Wie hieß doch das Kenn­wort für sol­che Taten? Schö­ner Blöd­sinn. Du! Auch der Über­mut muß sich ein­mal aus­to­ben. Aber das Man­ner­li ist gar nicht über­mü­tig heu­te, ist’s auch noch nicht wie­der gewe­sen seit sei­nem Urlaub. Wei­ter­le­sen!

4. Januar 1941

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Sonn­abend, den 4. Janu­ar 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]! Du!!!

Du, ich glau­be, die Post ist jetzt außer Rand und Band. Ist ja auch kein Wunder.:[sic] Neu­jahrs­ver­kehr, Zug­ver­spä­tun­gen wegen Eurem vie­len Schnee, Alar­me. Bei uns kom­men jetzt täg­lich auch 2 gro­ße Post­sä­cke an, Weih­nachts­sen­dun­gen zumeist, vie­le Pake­te schon beschä­digt. Wei­ter­le­sen!

13. November 1940

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Lucas Cra­nach der Älte­re, Die drei Gra­zi­en, za. 1530, im Pri­vat­be­sitz, Gemein­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 11.2015.

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Mitt­woch, den 13. Novem­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne [Hil­de]! Hol­de mein!

Heut[‘] mit­tag sit­ze ich in der Schreib­stu­be und bewa­che die Tele­fo­ne, ob sich da was rührt. Und so kann ich gleich mal zu Tin­te und Feder grei­fen. Die ver­gan­ge­ne Nacht war so unru­hig, aber nicht wegen Alarm, son­dern wegen etli­cher Zecher, die etli­che Male Licht mach­ten und sich noch um Mit­ter­nacht ein paar dicke Zigar­ren anbrann­ten. Wei­ter­le­sen!

18. August 1938

Auszug aus "Mermen and Capricorn," Miscellanea Astronomica, Rome, 15th century, Bibliotheca Apostolica, herunterladen von http://de.wikipedia.org/wiki/Steinbock_(Tierkreiszeichen) Juli 2013

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16.8.38

18.8.38

Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]!

Vie­len Dank für Ihre lie­ben Zei­len. Ich muß rich­tig­stel­len: Ganz ein­sam bin ich nicht mehr. Es ist jemand, der sich um mich küm­mert. Sie ken­nen die­sen Jemand. Der Gedan­ke an die­se lie­be Per­son, daß ich ihr alles schrei­ben und mit­tei­len könn­te, daß sie mir bleibt nach dem Ver­lust, sie [sic] haben mich leich­ter tra­gen las­sen, das dür­fen Sie glau­ben, sie [sic] haben mir auch die Ver­pflich­tung auf­er­legt, über dem gegen­wär­ti­gen Schmerz nicht die Sor­ge um die Zukunft und die eige­ne Gesund­heit zu ver­ges­sen. Wei­ter­le­sen!