12. November 1940

Auszug aus dem Brief, Rote Randmarkierung.
Aus­zug aus dem Brief, Rote Rand­mar­kie­rung.

[401112–2-1]

Diens­tag, am 12. Novem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!! Gelieb­ter Du!!

Dein lie­ber Bote vom Sonn­abend kam heu­te. Du!!

Ich dan­ke Dir recht sehr dafür.

Er ließ mich füh­len, wie Du recht besinn­lich gestimmt warst an dem Tag. Irgend etwas [sic], ein Erle­ben in Dei­ner Umwelt gab Dir den Anlaß dazu, und ich bin froh, daß Du Dich mir auch hier­in anver­trau­en kannst, mein lie­ber [Roland]. Ich bin dar­um froh, weil Du aus dem Bewußt­sein her­aus Dich mir in allem mit­teilst, daß das was Du mir sagen mußt, nicht auf lee­ren Boden fällt. Und ich ver­ste­he Dich auch, mein [Roland]. Wei­ter­le­sen!

08. Oktober 1940

De Waarheid 31 10 1944.JPG
Im Okto­ber 1940 erschie­nen ers­te Aus­ga­ben der Wider­stands­zei­tung De Waar­heid in den seit Mai besetz­ten Nie­der­lan­den. Von Hand zu Hand wur­de die­se ver­bo­te­ne Mei­nungs­äu­ße­rung gegen die Anwe­sen­heit des deut­schen Besatzers wei­ter­ge­reicht. Hier: De Waar­heid 31/10/1944, ein­ge­stellt von Khx023, lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2015.

[401008–1-1]

Diens­tag am 8. Okto­ber 1940

Herz­lie­bes! Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be [Hil­de], Du!

Eigen­ar­tig, immer wenn wir Sport hat­ten bis­her, Diens­tag und Don­ners­tag, haben wir schö­nes, war­mes Wet­ter. Auch heu­te ist es für einen Okto­ber­tag unver­hält­nis­mä­ßig warm. Ich sit­ze wie­der drau­ßen zur Mit­tags­pau­se. Wie schön, wenn man nur den Stuhl ein wenig zu rücken braucht und schon im Frei­en sitzt. Wie schön auch, wenn man sich so leicht beklei­det im Frei­en tum­meln kann in Luft und Son­ne. Möch­test Du das wohl auch? Zusam­men mit Dir, Gelieb­te, am wei­ten Strand, mit Dir wer­fen und sprin­gen und um die Wet­te lau­fen, und — der ers­te will ich ja doch sein — Dich auf­fan­gen am Ziel, und dann stre­cken wir uns lang zur Rast in den war­men Dünen — Du! möch­test Du das wohl auch? — Ja, wir bei­de möch­ten uns wohl ein rech­tes, schö­nes Leben zim­mern, aber jetzt müs­sen wir uns gedul­den mit tau­send ander[e]n, kön­nen nur war­ten und hof­fen. Wei­ter­le­sen!