01. April 1941

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Diens­tag, am 1. April 1941.

Mein gelieb­tes Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Eben bin ich vom Bäcker gekom­men. Durch den Schnee gestapft bin ich mit mei­ner ‚süßen Last’! Nun bist [Du] wohl doch ein bis­sel [sic: biss­chen] neu­gie­rig gewor­den, Du?! Ja – das ist heu­er [sic: die­ses Jahr] schon ein Kreuz mit dem Oster­ha­sen. Der städ­ti­sche Hase bie­tet dies­mal nichts – nur für die Kin­der! Und trotz mei­ner Beteue­rung, daß ich bei uns daheim ja auch das Kind bin, hat er mir nichts geben kön­nen! Für die Gro­ßen reichts’ [sic] halt nicht mit. Na, und wie Du weißt, liegt bei uns so viel Schnee, da konn­te ich auch nicht in den Wald zum Hasen. Er wird wohl heu­er auch sein Geschäft nicht auf­ma­chen im Wald – er muß sich ja sein Stups­schwänz­chen erfrie­ren beim Eier­le­gen! Na, da habe ich mir gesagt: bäckst du sel­ber was als Oster­ge­schenk. Ich hat­te gera­de noch bis­sel [sic: biss­chen] But­ter aus der „guten Zeit”! Ich will Dir auch ein rich­ti­ges, gekoch­tes Ei mit bei­le­gen, ich koche Dirs’ [sic] recht hart; ich mei­ne, dann wird es nicht schlecht bis Du das Päck­chen erhältst. Mor­gen früh brin­ge ich’s zur Post. Nun muß ich immer noch[ein]mal die alte Num­mer drauf­schrei­ben, ich habe noch kei­nen Brief von Dir bekom­men. Es wird Dir gewiß alles nach­ge­schickt!? Wei­ter­le­sen!