12. Dezember 1938

 

Friedrich der Große, Holzschnitt, von Adolph Menzel, 1839-42, in Franz Theodor Kugler, Geschichte Friedrichs des Großen, Leipzig: Hermann Mendelssohn, 1856, http://friedrich.uni-trier.de/de/kugler/uc_p1/, herunterladen Okt. 2013
Fried­rich der Gro­ße, Holz­schnitt von Adolph Men­zel, 1839–42, in Franz Theo­dor Kug­ler, Geschich­te Fried­richs des Gro­ßen, Leip­zig: Her­mann Men­dels­sohn, 1856, http://friedrich.uni-trier.de/de/kugler/uc_p1/, her­un­ter­ge­la­den 10/2013.

[381212–2-1]

O., am 11.12.1938.

am 12.12.1938.

Lie­ber [Roland]!

Es ist jetzt 1/2 5. Seit einer hal­ben Stun­de bin ich wie­der zurück aus der Stadt (L.). Ich erle­dig­te mit Mut­ter Weih­nachts­ein­käu­fe, heu­te am sil­ber­nen Sonn­tag sind die Geschäf­te offen. So viel Betrieb und Kin­der­ju­bel sah ich sel­ten bei­sam­men. Die Hele­nen­stra­ße ist ins [r]einste Mär­chen­land ver­wan­delt wor­den. An fest­li­chen Gir­lan­den hän­gen die ver­schie­dens­ten Mär­chen­bil­der, mit unzäh­li­gen elek­tri­schen Lämp­chen umrahmt; abends muß das ein wun­der­ba­res Bild abge­ben.

Um 4 begann das Kon­zert. Ich den­ke jetzt ganz fest an Sie und ich wün­sche mir, daß ich dabei sein könn­te, Ihnen zuhö­ren.

Ob recht vie­le Leu­te gekom­men sind? Die Zuhö­rer wer­den Ihnen alle dank­bar sein, dar­an zweif­le ich nicht.

Lie­ber [Roland]! Am Sonn­abend erhielt ich Ihren lie­ben Brief — ich öff­ne­te nicht ohne Herz­klop­fen. Wei­ter­le­sen!

11. September 1938

Scherl, Reichsparteitag, 10.09.1938, der grosse Appell der SS, NSKK, NSFK und SS im Luitpoldhain, übersicht während des Fahnenaufmarsches, 10.9.38, Nuremberg, Deutsche Bundesarchiv, Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst – Zentralbild, Bild 183-H12148, herunterladen http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-H12148,_N%C3%BCrnberg,_Reichsparteitag.jpg, Juli 2013

[380911–1-1]

14.9.38

11.9.1938

Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]!

Die­sen Brief habe ich schon am ver­flos­se­nen Sonn­tag begon­nen, rich­ti­ger, die­sen Brief begin­ne ich schon heu­te Sonn­tag. Ges­tern wuß­te ich nichts mehr zu schrei­ben, heu­te fällt mir noch aller­hand ein. Ich hat­te Frei­tag und Sonn­abend einen klei­nen Ver­druß in der Schu­le und war mit mei­nen Gedan­ken nicht ganz bei­sam­men. Es galt, eine erboß­te Mut­ter zur Rai­son zu brin­gen. Ich erzäh­le Ihnen das und zei­ge Ihnen die Schrift­stü­cke, wenn Sie das inter­es­siert. Wei­ter­le­sen!