Trug und Schein: Ein Briefwechsel

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13. Juli 1939

[390713–2‑1] O., am 13. Juli 1939. !! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Nach zwei glück­li­chen Tagen lag am Sonn­tag­abend vor unse­ren Bli­cken wie­der unser Abschieds­ort, die gro­ße Dresd­ner Bahn­hofs­hal­le mit ihrem bun­ten Has­ten und Trei­ben. Wenn wir dann durch den drän­gen­den Strom der Rei­sen­den glück­lich durch die Sper­re hin­aus nach den Bahn­stei­gen gelan­gen, war­tend bei­ein­an­der ste­hen bis […]

05. Juli 1939

[390705–2‑1] O., am 5. Juli 1939. Mein lie­ber [Roland]! Wirst Du wohl heu­te das klei­ne nack­te Elfen­kind in emp­fang genom­men haben? Die­se paar Wor­te an Dich, das war am Mon­tag ziem­lich mei­ne gan­ze Arbeit zu Hau­se. Um sie­ben bin ich in[‘]s Bett. Ach Du! Ich war zum Umfal­len müde und matt. Damit ist aber nicht gesagt, […]

26. Juni 1939

[390626–2‑1] O., am 26. Juni 1939. Mein lie­ber [Roland]! .…. Und wie­der ein­mal ist Mon­tag — end­lich die letz­te Woche ange­fan­gen, die noch zwi­schen unse­rem Wiederseh[e]n liegt. Du! Wie ich dar­auf war­te, Liebster!

19. Juni 1939

[390619–2‑1] O., am 19. Juni 1939. Mein lie­ber [Roland]! Wie konn­te ich nur so schnell fas­sungs­los sein? Immer wie­der stel­le ich mir die­se Fra­ge. Nun betrach­te ich das Ges­tern als einen bösen, schwe­ren Druck, der jetzt von mir gewi­chen ist. Drau­ßen ist Son­nen­schein — in mei­nem Her­zen ist Son­nen­schein! Du, Liebster! 

20. Mai 1939

[390520–1‑1] L. am 20. Mai 1939. Mei­ne lie­be [Hil­de]! Pünkt­lich und glatt bin ich ½ 10 Uhr zu Hau­se gelan­det. Es ist ein ange­neh­mes Rei­sen in der Frü­he. Die Züge sind wenig besetzt und fah­ren pünkt­lich. Wäh­rend der War­te­zeit in Chem­nitz spa­zier­te ich auf mei­nem Bahnsteig. 

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