05. Mai 1941

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Mon­tag, der 5. Mai 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Herz­lieb Du! Ich bin wie­der zu Haus, in [O.]. Da ist es doch am schöns­ten, Du! Da sind die lie­ben, ver­trau­ten Räu­me, da sind alle Bil­der von mei­nem [Roland] und da ist Ruhe! Himm­li­sche Ruhe und wohl­tu­en­des Sich­be­sin­nen! Wei­ter­le­sen!

05. Juli 1940

Quel­le: http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/, 07.2015.

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O., am 5. Juli 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, lie­ber [Roland], Du!

Ganz ruhig ist es gewor­den nach dem Gewit­ter; drau­ßen, und bei mir drin­nen. Klar ist die Luft, frisch und rein — man kann gar­nicht genug davon ein­sau­gen, und es tut dop­pelt wohl nach die­ser schwü­len, feuch­ten Luft vor­her. Ich wünsch­te, es wäre zwi­schen uns eben­so wie drau­ßen, vor­bei der las­ten­de Druck — die gewohn­te Fri­sche und Frei­heit umfing uns.

Ein­mal muß ich noch davon spre­chen, auf Dei­nen Brief hin, Du. Ich weiß nicht genug von den Deut­schen Chris­ten, daß ich für oder wider s[ie] spre­chen soll­te. Nach den Pre­dig­ten, die ich hör­te, kann ich nicht allein mei­ne Ent­schei­dung fäl­len und mei­ne Richt­li­ni­en zie­hen. Es ist unter Deut­schen Chris­ten wie unter Bekennt­nis­pfar­rern die Pre­digt nicht jedes Mal aus uns[e]rer See­le her­aus gespro­chen. Ein­mal fühlt man sich mehr hin­ge­zo­gen, ein­mal weni­ger. Wei­ter­le­sen!

28. März 1940

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O., am 28. März 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Dei­nen Boten, Du! Mit wel­cher Unge­duld und Sehn­sucht erwar­te­te ich ihn, mit wel­cher Freu­de drück­te ich ihn an mein Herz heu­te früh und eil­te die Trep­pen hoch in mein Käm­mer­lein, ganz unbe­ob­ach­tet für mich allein woll­te ich erfah­ren, was Du mir sagen willst, Du!

Ach Du, mein Lieb! Die Sehn­sucht nach Dir ward so groß in mir, was hast Du alles auf­ge­weckt mit Dei­nen Wor­ten! Die gan­ze gro­ße Selig­keit steht nun vor mir, mit all ihrer geheim­nis­vol­len Süße. Du! Dei­ne Nähe spü­re ich, Liebs­ter! Dei­ne Nähe, die mich so unru­hig macht und doch auch wie­der jenes wun­der­ba­re Gefühl gänz­li­cher Gebor­gen­heit in mir aus­löst. Ach, Liebs­ter! Wei­ter­le­sen!

19. September 1939

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MHV MB O2600 1940, Foto: Mar­tin­HansV, Lizen­ziert unter Public domain über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2014

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O., am 19. Sep­tem­ber 1939.

Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Am Sonn­tag bin ich […] glatt in O. gelan­det. Im Zuge ab Chem­nitz war es stock­fins­ter, fast ein bis­sel grus­lig; ich wuß­te nun über­haupt nicht, mit wem ich das Abteil inne hat­te und habe mei­ne Sie­ben­sa­chen nicht aus den Hän­den gelas­sen bis O.. Da Vater die­se Woche Tages­dienst ver­sieht, konn­te er mich abho­len, er wuß­te aber nicht, ob ich mit dem Zug oder Omni­bus ankom­me und so war­te­te er an der Ecke Kaf­fee Brumm mit der Zuver­sicht, daß ich von einer Sei­te erschei­nen müß­te. Wei­ter­le­sen!

04. September 1939

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(3. Sep­tem­ber 1939.)

O., am 4. Sep­tem­ber 1939.

Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Nimm mei­nen herz­lichs­ten Dank für Dei­nen lie­ben Sonn­tags­gruß, der mich so uner­war­tet über­rasch­te und erfreu­te. Zugleich schrie­ben mir auch Dei­ne lie­ben Eltern. Als ers­tes kom­me ich gleich zu Dei­nem Vor­schla­ge, den ich voll und ganz bil­li­ge. Ich den­ke, daß ich Mon­tags und Don­ners­tags schrei­be und Du Diens­tags und Frei­tags — oder an einem Tage der Dir lie­ber ist. Wei­ter­le­sen!