20. Oktober 1941

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[Salo­ni­ki] Mon­tag, den 20. Okto­ber 1941

Mein lie­bes, teu­res Weib! Her­zens­schät­ze­lein. Gelieb­te Du!!!

Nun kom­me ich dazu, Dei­ne lie­ben Boten vor­zu­las­sen. Sei noch­mals recht herz­lich bedankt dafür. Gelieb­te! Ich sag­te dir schon, daß ich mich ganz zu Haus[‘] füh­le in die­sen Zei­chen, ganz lieb ver­stan­den und umfan­gen von mei­nem Herz­lieb! Wei­ter­le­sen!

13. August 1941

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Mitt­woch, am 13. August 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du!!! Mein lie­ber, guter [Roland]!

Herz­lieb! Heu­te ist nun schon der zwei­te Tag, da ich kei­nen Brief von Dir bekom­men habe. Ich will mich nicht sor­gen – viel­leicht ist irgend­wo wie­der mal eine Sto­ckung ein­ge­tre­ten. Es wird schon wie­der alles ins alte Geleis kom­men. Oft war es schon so, daß über Sonn­tag die Post in’s Sto­cken geriet. Wochen­tags kommt eine Unre­gel­mä­ßig­keit sel­ten vor. Ach, ich gön­ne ja der lie­ben Feld­post auch ihren Sonn­tag!! Wei­ter­le­sen!

25. Juli 1941

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Frei­tag, am 25. Juli 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Du!!! Heu­te bist Du zusam­men mit Dei­nem Brü­der­lein zu mir gekom­men. Der lie­be Sieg­fried hat geschrie­ben, aus Ruß­land. Er fragt nach Dir! Er will von mir mehr hören. Schein­bar hat ihn all mein Abge­schick­tes noch gar­nicht erreicht. Auch der Kuchen nicht. Na – ich will ihm bald ein­mal wie­der schrei­ben. Ich bin recht froh, daß es ihm soweit gut geht. Wenn auch man­ches­mal die Höl­le los­ge­las­sen scheint, so schreibt er. Immer vor­wärts bei Son­nen­glut und meter­di­ckem Staub. Wann wird die­ser Weg ein Ende haben? Wei­ter­le­sen!

29. Juni 1941

Bundesarchiv Bild 183-L19427, Litauen, brennende Synagoge
Als bald nach dem Ein­marsch der deut­schen Wehr­macht in Litau­en Mit­te Juni 1941 kam es zu anti-jüdi­schen Pogro­men durch natio­nal­pa­trio­ti­sche Litau­er, wie etwa in Kau­nas. Hier das Abbren­nen einer Syn­ago­ge, 06.1941, Litau­en, Ort unbe­kannt, Foto­graf Zoll, Pro­pa­gan­da­kom­pa­nie, für Scherl-Bil­der­dienst, gemein­frei als Bun­des­ar­chiv, Bild 183-L19427 / Zoll / CC-BY-SA 3.0, 06.2016.
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G. – Sonn­tag, am 29. Juni 1941.

Mein lie­ber [Roland]!

Es ist Sonn­tag­mor­gen – Vater [Nord­hoff] ist eben von der Post gekom­men, die muß man sonn­tags hier selbst abho­len. Für mich war nichts dabei, ges­tern bekam ich auch nichts in S., aber mor­gen kommt ganz gewiß wie­der etwas von Dir – Du!! Elfrie­de  hat vom Hell­muth eine Kar­te im Brief bekom­men, mit nur [wen]igen Zei­len. „Ich bin mit Got­tes Hil­fe gut durch die­se Tage gekom­men, – wenig Schlaf gibt es und läßt mir so alles traum­haft schei­nen..“.. [sic] Wei­ter­le­sen!

22. Juni 1941

T&Savatarsm[410622–1–1]

Sonn­abend, den 22. Juni 1941

Mein lie­bes, teu­res Weib! Mei­ne [Hil­de], Du! Gelieb­te!!

Wie soll ich Dich trös­ten heu­te? Gelieb­te! Wie wol­len wir ein­an­der trös­ten heu­te? Welch schwar­zer Tag! Wenn wir all den Hoff­nun­gen nach­schau­en wol­len, die er zer­brach, all den Ent­täu­schun­gen nach­hän­gen, die er brach­te, dann möch­ten wir schwer­lich einen Trost fin­den. Ach, ich woll­te es doch nicht glau­ben heu­te mor­gen, ich woll­te es nicht glau­ben, d.h. ich woll­te es nicht wahr­ha­ben. Herz­lieb! Wei­ter­le­sen!