23. Mai 1941

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Frei­tag, am 23. Mai 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Heu­te bin ich zu Haus[‘], wenn ich Dir schrei­be. Und rings um mich her ruft die Arbeit, aber 2 Stun­den neh­me ich mir jetzt ein­fach weg, um mei­nem Herz­lieb zu schrei­ben! Drau­ßen ist‘s nicht beson­ders schön heu­te – zwar nicht kalt – doch trü­be. Ich hab[‘] auch kei­ne Zeit zum Spa­zie­ren­ge­hen. Dann will ich mit Mut­ter Wäsche ein­wei­chen! Ja, mor­gen ist bei uns Wasch­fest! Da kannst Du an mich den­ken, Dicker­le! Wir brau­chen einen Wasch­mann, der uns die Wäsche gießt! Wie wär‘s denn? Du!! Soll ich tele­gra­phie­ren?!! Am Ende reg­net es mor­gen und Du brauchst Dein Amt gar­nicht anzu­tre­ten! Dann kapi­tu­lie­re ich ein­fach und gehe mir Dir fort, irgend­wo­hin, ins Grü­ne! Wei­ter­le­sen!

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