16. November 1941

Annalie
Anne­lie, deut­sches Film­dra­ma von Josef von Báky, 1941.

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Sonn­tag, den 16. Novem­ber 1941

Herz­lieb! Gelieb­te! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Das ist der Sonn­tags­bo­te, wird aber am Mon­tag­mit­tag erst geschrie­ben. Als wir bei­den [sic] ges­tern abend schreib­be­flis­sen nach Hau­se kamen, streik­te das Licht wie­der ein­mal — und kam den gan­zen Abend nicht wie­der. So, daß wir im Dun­keln uns[e]re Brat­kar­tof­feln berei­ten muß­ten. Wei­ter­le­sen!

21. Oktober 1941

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[Salo­ni­ki] Mitt­woch, den 22. Okto­ber 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te, Hol­de mein!

Dein lie­ber Bote ist noch immer aus­ge­blie­ben. Wir wis­sen hier auch, was schuld ist an der Ver­zö­ge­rung. Leicht, daß auch die Post nach der Hei­mat dar­um Ver­spä­tung erlei­det. Mach[‘] Dir also kei­ne Sor­gen. Wei­ter­le­sen!

10. Juni 1941

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Diens­tag, am 10. Juni 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Gelieb­ter!! Du mein lie­ber, guter [Roland]!

Um 2 Uhr ist es. Und wie schon ges­tern und vor­ges­tern schluckt es mich wie­der und wie­der! Du!! Wer mel­det sich denn bei mir? Ist’s der Hubo? Der um die­se Zeit Mit­tags­schläf­chen hält? Ich wünsch­te, er wäre es, der mein denkt! Ich mag am liebs­ten, daß nur er mein denkt!! Du!!! Wei­ter­le­sen

22. Februar 1940

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S. am 21. Febru­ar 1940

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Viel­leicht habe ich Dich in Ver­le­gen­heit gebracht vor dei­nen Eltern, ich woll­te doch nicht schrei­ben. Aber ich muß­te mein Herz erleich­tern, und nun ich die Zei­len in dei­nen Hän­den weiß, ist mir auch wirk­lich leich­ter. Man soll kein ängst­li­cher Rech­ner und Geiz­hals sein im Leben. Doch ohne Rechen­schaft geht es auch nicht, und um den rich­ti­gen Kurs zu hal­ten, muß man auch Rück­wärts bli­cken. Wir fra­gen auch sonst allent­hal­ben, ob es sich gelohnt hat. Wei­ter­le­sen!

08. Juni 1939

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O., am 7. Juni 1939.

Mein lie­ber [Roland]!

Nun ste­he ich wie­der mit­ten drin im gro­ßen Schaf­fen, und man soll­te mei­nen, nach dem ver­brach­ten Urlaub geht’s mit dop­pel­ter Lust und Lie­be an die Arbeit. Ich aber muß das Gegen­teil fest­stel­len. An die­ser Lust­lo­sig­keit hat sicher zu gro­ßem Teil die uner­träg­li­che Hit­ze schuld [sic], die schon seit Tagen hier herrscht. Es wird bes­ser wer­den. Aber sieh, das alles läßt sich ertra­gen, wenn ich zurück­den­ke an uns[e]re ein­zig schö­nen Feri­en­ta­ge — Du, mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Wei­ter­le­sen!