21. Mai 1942

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[Saloni­ki] Mittwoch, den 20. Mai 1942

Herzelein! Geliebte! Mein liebes, teures Weib!

Heute ist es doch schon spät, da ich zu Dir komme. Die Kam­er­aden K. und H. sind im Vari­eté. Mit den Kam­er­aden He. und Schr. habe ich noch lange am Tis­che gesessen und mich mit ihnen unter­hal­ten über die Stel­lung des Chris­ten­tums zum neuen Staat. Wir kom­men in unseren Ansicht­en und Mei­n­un­gen ganz übere­in und sind auch alle der Hoff­nung, daß es nach diesem Kriege auch zu ein­er Befriedung im Inner[e]n kom­men wird. Du kannst Dir denken, daß ich mich gern ein­mal so unter­halte – mit K. und H. kon­nte ich das nicht, sie haben zu diesen Fra­gen keine Stel­lung, sie ken­nen diese Fra­gen gar nicht. “21. Mai 1942” weit­er­lesen

30. Oktober 1941

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Don­ner­stag, am 30. Okto­ber 1941.

Herzenss­chätzelein! Mein geliebter, guter [Roland]!

Ich will Dein denken heute, trotz­dem ich voll Drasch bin, Vor­bere­itungs­drasch auf meinen lieben Besuch hin! Meines Her­zlieb’ Mut­ter kommt!! Du!! Wenn ich an die ersten Monate uns[e]rer Fre­und­schaft zurück­denke, Lieb­ster – dann ver­meine ich sie noch zu fühlen, die Angst – war es Angst?, ich kann’s nicht anders nen­nen, die ich vor der ersten Begeg­nung mit Dein­er Mut­ter hat­te. Weit­er­lesen!

28. Oktober 1941

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Dien­stag, am 28. Okto­ber 1941.

Herzenss­chätzelein! Mein lieber, lieber [Roland]! Geliebter!!!

Nach­mit­tag ist [es], ich bin mit mein­er Hausar­beit fer­tig und set­ze mich erst ein Stünd­chen zu Dir, ehe ich meine übri­gen Pflicht­en erledi­ge; als da sind: noch 3 Briefe schreiben, an Hell­muth. Du! Ich hat­te in der Zeit nochmal bei Mut­ter in K. ange­fragt nach dem genauen Geburt­stag, ich war näm­lich gle­ich stutzig gewor­den, nach­dem ich es in Deinem Boten nieder­schrieb!, Hell­muths’ [sic] Geburt­stag ist doch am 11.XI. Heute komme ich nicht drum herum, ihm zu schreiben. Mor­gen habe ich Kinder­schar, Don­ner­stag will ich Kuchen back­en und Fre­itag reinemachen, Bet­ten überziehen; denn am Sonnabend rechne ich mit dem Besuch Dein­er lieben Eltern! Weit­er­lesen!

16. Oktober 1941

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[Saloni­ki] Don­ner­stag, den 16.Oktober 1941

Mein liebes, teures Herz! Geliebtes Weib! Du!!!

Sooo viel, viel Freude ist heute einge­zo­gen bei mir mit Deinen lieben Boten vom Don­ner­stag u.[nd] Fre­itag, Du! Geliebte! Freude in meinen freien Nach­mit­tag! Alle Wärme und Freude kommt mir von Dir, geliebtes Wesen, sie über­strahlt auch den grauesten Regen­tag, so wie wir ihn heute hier haben. Her­zlieb! Ich muß an das Gespräch denken, das ich sein­erzeit mit Pas­tor B. führte und von dem ich Dir damals schrieb. Ich hat­te damals meinen guten Glauben an den Bund der Ehe zu vertei­di­gen. Du! Du!! Wir wis­sen bei­de, wo die Klip­pen liegen und die Untiefen, an denen das Schif­flein uns[e]res Bun­des scheit­ern kon­nte. Wir dür­fen wohl sagen, daß wir mit Gottes Hil­fe sie glück­lich umfahren haben. Weit­er­lesen!

03. Oktober 1941

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Fre­itag, am 3. Okto­ber 1941.

Herzenss­chätzelein! Geliebter!! Du mein lieber, guter [Roland]!!

Ach Du! Heute wärest Du doch beina­he zu kurz weggekom­men! Du!! Denke nur, ich bin schon heute früh ½ 1000 [Uhr] gefahren, ich kam so am besten zurecht, weil ich gle­ich [ein] paar Einkäufe mit erledi­gen wollte. Denn von 12 – 15 [Uhr] sind die Geschäfte geschlossen, und ich wußte ja auch, daß die Glauchauer Ver­wandten beizeit­en wieder zurück fahren mußten, wegen der Kinder. Und mit ihnen zu reden, war ja der eigentliche Beweg­grund mein­er Reise. Ehe ich fuhr bere­it­ete ich den Eltern noch das Mit­tagessen vor, brachte meine Zim­mer und den Flur in Ord­nung. Da hat­te ich von mor­gens 6 bis 9 [Uhr] ganz schön zu tun! Weit­er­lesen!