Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Besatzung

12. März 1942

[420312–1‑1] [Salo­ni­ki] Don­ners­tag, den 12. März 1942 Mein lie­bes, teu­res Weib! Herz­al­ler­liebs­te, Hol­de mein! Her­zens­schät­ze­lein! Nun sit­ze ich wie­der vor dem wei­ßen Bogen. Eben habe ich noch ein­mal gelüf­tet – und beim Hin­aus­tre­ten auf den Bal­kon, da bann­te der gestirn­te Him­mel mei­nen Blick. Ein pracht­vol­ler Ster­nen­him­mel wie sel­ten daheim. Und eben vor mir unser schöns­tes […]

03. März 1942

[420303–2‑1] Diens­tag, am 3. März 1942. Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland] Du!! Ich habe heu­te ver­geb­lich wie­der auf den Brief­trä­ger gewar­tet. Es war nichts von Dir dabei, Her­ze­lein. [Ich] Muß ich mich halt noch einen Tag län­ger gedul­den. Ach, ich will es so ger­ne, ich weiß ja, daß mein War­ten belohnt wird. Du schreibst, daß […]

26. Februar 1942

[420226–1‑1] [Salo­ni­ki] Don­ners­tag, den 26. Febr. 1942 Herz­al­ler­liebs­tes Schät­ze­lein! Gelieb­te Mein! Ges­tern hat es Bla­sen gereg­net – und dar­um hat es heu­te wie­der gereg­net. Eine war­me Süd­strö­mung bringt den Regen, der das Grün mäch­tig her­vor­lockt. Und schon gibt es wie­der Hoch­was­ser und unpas­sier­ba­re Brü­cken – Zug­ver­spä­tung und kei­ne Post. Das sind so ursäch­li­che Zusam­men­hän­ge auf […]

23. Februar 1942

[420223–1‑1] [Salo­ni­ki] Mon­tag, den 23. Febru­ar 1942 Herz­al­ler­liebs­tes Schät­ze­lein! Mein lie­bes, teu­res Weib! Wenn ich jetzt schrei­be, schläfst Du ganz gewiß schon. Von 11 Uhr bis 3 Uhr muß Dein Man­ner­li heu­te die Gucken [: Augen] offen hal­ten – ‚Läu­fer’ in unse­rem Quar­tier. Wir sind zu wenig Sol­da­ten jetzt, sodaß auch die Funk­tio­nä­re zum Läu­fer­dienst […]

21. Februar 1942

[420221–1‑1] 4) [Salo­ni­ki] Sonn­abend, den 21. Febru­ar [19]42 Herz­al­ler­liebs­tes Schät­ze­lein! Mei­ne liebs­te [Hil­de]! Dei­ne lie­ben Boten gehen immer noch nach Wien; denn sonst müß­te ich längst einen erhal­ten haben. Ich habe schon gerech­net, daß ich nun am Diens­tag den ers­ten Boten erwar­ten kann – und die ander[e]n alle kom­men dann noch, zur Beloh­nung für die […]

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