4. Oktober 1941

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Sonn­abend, den 4. Okt.[ober] 1941

Herz­al­ler­liebs­te! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Heu­te über mit­tag [sic] nur eben wie­der einen ganz kur­zen Gruß. Heu­te abend und mor­gen wer­de ich wohl ein wenig mehr Muße haben. Die Arbeit ist sehr reich­lich augen­blick­lich. Eben sind wir vom Bad zurück. Ein Pracht­tag ist drau­ßen. Die Son­ne brennt auf den Puckel ohne zu schmer­zen. Unser Spa­zier­gang ges­tern führ­te uns durch die Stadt hin­aus auf die Höhen. Drü­ckend heiß war es, die Son­ne schiel­te nur. Zwi­schen den Häu­sern unten, in den Gerü­chen und dem Staub, wag­te ich kaum zu atmen. Auf den Höhen konn­te man frei­er atmen. So frisch aus der Hei­mat zurück­ge­kehrt, fällt einem der Bal­kan­dreck dop­pelt auf die Ner­ven. Wei­ter­le­sen!

19. Juni 1941

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Don­ners­tag, am 19. Juni 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Die mei­ne Herz­lieb!! Mein [Roland]!

Heu­te ist Dein lie­ber Bote zu mir gekom­men! Du!! Es dünk­ten mich ja die bei­den Tage, die er aus­blieb, eine Ewig­keit lang! Du!! Mein Lieb! Aber heu­te nun bin ich vom War­ten erlöst, Gelieb­ter! Dein Sonn­tags­brief ist es, der mich heu­te erreich­te. Die Brie­fe vom Don­ners­tag an bis Sonn­abend feh­len noch, sicher­lich sind sie irgend­wo ste­cken­ge­blie­ben. Wei­ter­le­sen!

12. Mai 1941

[410512–2-1]

Mon­tag, am 12. Mai 1941.

Gelieb­ter! Mein Herz­lieb Du!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!!

Mit Mon­tag fängt die Woche an, drum kommt von jedem etwas dran! So muß ich heu­te begin­nen, Herz­lieb!

2 Brie­fe steck­te mir heu­te früh der Post­bo­te zu! Mei­ne Freu­de dar­über kannst Du Dir sicher gut vor­stel­len, Du!!! Wei­ter­le­sen!

17. April 1941

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Don­ners­tag, den 17. April 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de] Du!!

Einen so lie­ben Boten konn­te ich heu­te emp­fan­gen, den vom Diens­tag, den 8.4. Herz­lieb!! Nimm einen ganz lan­gen, lie­ben Kuß dafür! Du!!!!! Mein Weib, mein lie­bes, mein teu­res!!!!! Wei­ter­le­sen!

26. März 1941

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Mitt­woch, den 26. März 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

End­lich, end­lich ist heu­te die Post in Gang gesetzt wor­den! Du armes, lie­bes [,] hast nun so lang war­ten müs­sen. In 3 — 4 Tagen heißt es, kön­nen wir mit der ers­ten Post aus der Hei­mat rech­nen. Uns[e]re Feld­post soll mit dem Flug­zeug gehen. Herz­lieb, Herz­lieb! Wirst alle Tage mei­ner gedacht haben, so wie ich Dei­ner. Wenn wir nun gegen­wär­tig auch etwas eng und unschön unter­ge­bracht sind, so sind wir doch wenigs­tens von den Rädern her­un­ter – vor­läu­fig. Ein Teil uns[e]rer Leu­te geht [sic] in 2 Tagen schon wie­der wei­ter. Ges­tern und heu­te war nun die ers­te Gele­gen­heit, sich mal in der Umge­bung umzu­se­hen. Nach einem Put­zen und Bürs­ten und Umzie­hen von mehr als einer hal­ben Stun­de darf man sich dann um eine Urlaubs­kar­te bewer­ben. Also, wenn wir bei­de wie­der mal zum Aus­ge­hen uns anschi­cken, wird Dein Hubo gewiß ein wenig mehr Geduld zei­gen. Wei­ter­le­sen!