27. August 1940

GGrenR1 Offz u Grenadier 1824
Post­kar­te, 1824. Über Wiki­me­dia Com­mons. 09.2015.
[400827–1‑1]

S. am 27. August 1940

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Die­se Anre­de aus der Braut­zeit, aus uns[e]rer Zeit des War­tens, soll nun noch län­ger Gel­tung behal­ten. Nun komm, Herz­lie­bes, und laß Dir berich­ten. Voll Span­nung fuhr ich nun nach Dres­den. Ich gab mein Gepäck auf. Mit mei­nem Früh­stück bin ich durch den gro­ßen Gar­ten gegan­gen, unse­ren Weg, weißt Du noch, zum letz­ten Male in Frei­heit. Zurück zum Haupt­bahn­hof. Eine Fleisch­brü­he habe ich noch genos­sen — dann trat ich den schwe­ren Gang an, 10 Minu­ten vor 12. Ich fand dort schon alles ver­sam­melt und ein­ge­teilt, frag­te mich durch und stand dann und fand mich ver­las­sen mit­ten unter einer Grup­pe von Kraft­fah­rern. Wei­ter­le­sen!

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03. März 1940

[400303–2‑1]

O., am 2. März 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

End­lich ist Sonn­abend.…. so dach­te ich heu­te und dabei war ich vol­ler heim­li­cher Freu­de. Ich weiß selbst nicht[,] wie es über mich kam, die gan­zen Tage her freu­te ich mich so sehr — auf Dich, Du!

Bis zum Sonn­abend könn­te ich nicht war­ten, Dir mei­ne Hand zu rei­chen.“

Du! Das hat sich mir so ein­ge­prägt, als ich am Don­ners­tag Dei­nen lie­ben Brief bekam.

Wie kam es nur, daß ich mir so fest ein­bil­de­te, Du wür­dest mir am Sonn­abend leib­haf­tig Dei­ne lie­be Hand rei­chen? Wei­ter­le­sen!

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20. Dezember 1939

El sueño de jacob
José de Ribe­ra, Jakobs Traum, 1639, gemein­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 12.2014.
391220–1‑1

S. am 17. Dezem­ber 1939.

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Zum ers­ten Male ver­leb­te ich einen Sonn­tag hier in S.. Ges­tern abend über­fiel mich ganz plötz­lich eine Müdig­keit. Bin­nen weni­gen Minu­ten muß ich fest ein­ge­schla­fen sein, ich habe es gar nicht gemerkt. ¼ 4 Uhr mor­gens erwach­te ich, aus selt­sa­men Träu­men. Wei­ter­le­sen!

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11. Dezember 1939

 

Hans Lody 1939
Der deut­sche Zer­stö­rer Z 10 Hans Lody, 1939. Zusam­men mit der Zer­stö­rer Erich Gie­se führ­te er am 6./7. Dezem­ber ein Minen­un­ter­neh­men durch, bei dem die Erich Gie­se den bri­ti­schen Zer­stö­rer HMS Jer­sey tor­pe­dier­te. Bild: gemein­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 12.2014.
391211–1‑1

S. am 11. Dezem­ber 1939.

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Heu­te wur­de ich mit dem Gruß vom Lichtlabend über­rascht. Mir ward so eigen zumu­te, als ich die Namen las und mir die Lichtlabend­run­de vor­stell­te. Einst gehör­te auch ich dazu. Alle die halb­dienst­li­chen oder halb­amt­li­chen Zusam­men­künf­te hat­ten den beson­de­ren Reiz, daß man sich per­sön­lich ein wenig näher­kam; ihr Aus­klang war aber für mich meist schmerz­lich, als ich spür­te und es dop­pelt emp­fand, daß ich ein­sam war. Wei­ter­le­sen!

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10. Dezember 1939

Liesel 09-12-2012 2. Advent
2. Advent, 9 Dezem­ber 2012. Bild: Lie­sel, über Wiki­me­dia Com­mons, 12.2014.
391210–2‑1

O., am 2. Advent 1939.

Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Zwei so lie­be Boten sind nun schon in mei­ner Hand, Du! Ich dan­ke Dir.

Wie ein recht trü­ber Tag sich doch schwer auf’s mensch­li­che Gemüt legen kann. Das fühlt man erst deut­lich, wenn die Son­ne wie­der scheint; die Son­ne, die alles Trü­be, Graue in den Schat­ten stellt, die Beherr­sche­rin des Guten und Schö­nen, deren segen­spen­den­de Kraft auch die Men­schen­her­zen erquickt, sie erlöst aus dump­fen, schwer­mü­ti­gem Brü­ten. Könn­te sie uns nicht Vor­bild sein? Wei­ter­le­sen!

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