Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Baden

23. Februar 1942

[420223–1‑1] [Salo­ni­ki] Mon­tag, den 23. Febru­ar 1942 Herz­al­ler­liebs­tes Schät­ze­lein! Mein lie­bes, teu­res Weib! Wenn ich jetzt schrei­be, schläfst Du ganz gewiß schon. Von 11 Uhr bis 3 Uhr muß Dein Man­ner­li heu­te die Gucken [: Augen] offen hal­ten – ‚Läu­fer’ in unse­rem Quar­tier. Wir sind zu wenig Sol­da­ten jetzt, sodaß auch die Funk­tio­nä­re zum Läu­fer­dienst […]

9. November 1941

[411109–2‑1] Sonn­tag, am 9. Novem­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Du mein liebs­ter [Roland]! Mein Her­zens­man­ner­li! Da haben sie nun Dei­nem Wild­fang so recht ein­mal die Flü­gel beschnit­ten! Ganz matt und schwach sitzt er jetzt auf dem Sofa und hat kaum soviel [sic ]Kraft in den Armen, die Feder zu füh­ren. Du! Das alles läßt mich doch nicht […]

03. Oktober 1941

[411003–2‑1] Frei­tag, am 3. Okto­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter!! Du mein lie­ber, guter [Roland]!! Ach Du! Heu­te wärest Du doch bei­na­he zu kurz weg­ge­kom­men! Du!! Den­ke nur, ich bin schon heu­te früh ½ 1000 [Uhr] gefah­ren, ich kam so am bes­ten zurecht, weil ich gleich [ein] paar Ein­käu­fe mit erle­di­gen woll­te. Denn von 12 – 15 […]

27. September 1941

[410927–2‑1] Sonn­abend, am 27. Sep­tem­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter [Roland]! Du! Eben habe ich einen lan­gen Schrei­be­brief [sic] an die lie­ben Eltern nach K. been­det. Ich zähl­te ihnen auf, was wir an all den schö­nen Son­nen­ta­gen noch mit­ein­an­der unter­nah­men, erleb­ten. Wie wir Dich aus­rüs­te­ten auf die Rück­rei­se, damit sie sich nicht sor­gen! Und wie der letz­te […]

23. August 1941

[410823–1‑1] Frei­tag, den 22. August 1941 Her­zens­schät­ze­lein! Herz­lieb! Gelieb­te Mein! Letz­ter frei­er Nach­mit­tag heu­te – vor der gro­ßen Rei­se – in der nächs­ten Woche will ich ihn doch gleich noch mit dran­hän­gen an den Urlaub, damit ich schon am Nach­mit­tag fah­ren kann. Wenn das mög­lich ist, geht mei­ne Rei­se über Bel­grad – Agram – Graz […]

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