09. Mai 1942

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[Salo­ni­ki] Sonn­abend, den 9. Mai 1942

Gelieb­te! Mein lie­bes, treu­es Weib! Mei­ne [Hil­de]!

Her­ze­lein! Ganz allein bin ich in der Schreib­stu­be. Das Licht ist heu­te gelegt wor­den zur Steh­lam­pe. Oh Du! Du!! Wie fein! Nun habe ich doch gleich eine klei­ne Gale­rie Bil­der vor mir ste­hen. Oh Her­ze­lein! Allein mit Dir! Wenn ich Dich doch wahr­haf­tig jetzt bei mir haben könn­te! Wei­ter­le­sen!

26. Oktober 1940

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Sonn­abend den 26. Okto­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te! Hol­de! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Sonn­abend­nach­mit­tag. Die gro­be Arbeit ist getan: Stie­fel geputzt, Spind sau­ber gemacht, Kop­pel­zeug blank, Knöp­fe ange­näht, geba­det. Nun kann ich die fei­ne Arbeit vor­neh­men. Fast leer ist die Stu­be. Vie­le sind wie­der nach Kiel gefah­ren. Ich will heu­te häus­lich blei­ben. Mor­gen am Nach­mit­tag will ich mal aus­rü­cken. Dies ist wahr­schein­lich der letz­te Sonn­abend hier. Wo wer­de ich dann sit­zen, mit Dir zu plau­dern? Kom­men­den Sonn­abend, heißt es, wer­den wir umzie­hen. Alle sind gespannt. Lau­ne und Über­mut ist in alle gefah­ren, die Vor­ge­setz­ten nicht aus­ge­nom­men. Für sie geht ein Stück Arbeit zu Ende, für uns die Rekru­ten- und Aus­bil­dungs­zeit. Für Besich­ti­gung wie für Abschieds­fei­er wird zugleich gerüs­tet. Mei­ne Ver­se sind fer­tig und abge­lie­fert. Wei­ter­le­sen!

30. Oktober 1940

Wappen Frankreichs
Per­sön­li­ches Emblem vom fran­zö­si­schen Staats­chef Mar­schall Hen­ry Phil­ip­pe Pétain und infor­mel­les Wap­pen von Vichy Frank­reich, Abbil­dung: Tom Lem­mens. Lizen­ziert unter CC-BY 4.0 über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2015.

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Mitt­woch, den 30. Okto­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te! Hol­de mein!

Vor­bei. Alles vor­bei. Glück­lich vor­bei. Es war ja ganz harm­los. Der Kom­man­deur war sehr zufrie­den. Und — dar­über habe ich Freu­de emp­fun­den — unser Zug­füh­rer hat ver­dien­tes Lob geern­tet. Ja, und nun — nun war­ten wir. ½ 7 Uhr Uhr [sic] soll die Abschieds­fei­er begin­nen. Es wird war­mes Essen geben aus der Kom­pa­nie­kas­se. Es wird getrun­ken wer­den. Sonst ken­ne ich unser Pro­gramm noch nicht. Lan­ge wird es nicht dau­ern, daß ich mich zurück­zie­hen kann, ohne daß die ander[e]n es mer­ken. Zurück­zie­hen zu mei­nem lie­ben Kame­ra­den, zu Dir! “30. Okto­ber 1940” wei­ter­le­sen

20. Oktober 1940

Buckling.jpg
Bück­ling, Foto: Chris­to­pher Bertram (Nut­zer­nah­me: bris­to­least), 4.12.2006, unter CC BY-SA 3.0 lizen­ziert, über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2015.

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Sonn­tag, den 20. Okto­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de] Du! Hol­de mein!

Wohl­be­hal­ten bin ich aus Kiel zurück um die­sel­be Stun­de wie am ver­gan­ge­nen Sonn­abend. Es war ein erle­se­ner Tag ges­tern, gegen Mit­tag, som­mer­lich warm, ich habe geschwitzt auf dem Wege zum Auto­bus. Habe wie­der ein­ge­kauft in Kiel, eine gro­ße Trau­be, Äpfel, Bück­lin­ge, ein paar Klei­nig­kei­ten für die Kame­ra­den. Wei­ter­le­sen!

18. Oktober 1940

Mussolini mezzobusto
Ita­lie­ni­scher Dik­ta­tur Beni­to Mus­so­li­ni ent­schei­det am 15. Okto­ber 1940 Grie­chen­land von Alba­ni­en aus zu erobern, um sein Impe­ri­um zu erwei­tern und sei­ne Unab­hän­gig­keit Hit­ler gegen­über kund­zu­ge­ben. Über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2015.
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Frei­tag, am 18. Okto­ber 1940 in K..

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein glieb­ter, guter [Roland], Du!

Wel­che gro­ße Freu­de Du! 2 Brie­fe und auch 2 Bil­der! Nun scheint die lie­be Son­ne noch ein­mal so hell mein Roland! Einen recht lie­ben, lan­gen Kuß dafür, Du! Das soll einst­wei­len mein Dank sein. Aber Du! Wenn ich erst bei Dir bin!! Alle Dei­ne Schuld­ver­schrei­bun­gen habe ich genau im Kop­fe — nichts, nichts bleibt Dir erspart! Wei­ter­le­sen!