12. März 1942

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[Salo­ni­ki] Don­ners­tag, den 12. März 1942

Mein lie­bes, teu­res Weib! Herz­al­ler­liebs­te, Hol­de mein!

Her­zens­schät­ze­lein! Nun sit­ze ich wie­der vor dem wei­ßen Bogen. Eben habe ich noch ein­mal gelüf­tet – und beim Hin­aus­tre­ten auf den Bal­kon, da bann­te der gestirn­te Him­mel mei­nen Blick. Ein pracht­vol­ler Ster­nen­him­mel wie sel­ten daheim. Und eben vor mir unser schöns­tes Stern­bild am nörd­li­chen Him­mel, der Ori­on. Oh Gelieb­te! Welch ein Strah­len, welch eine Pracht, him­mel­weit, welt­um­span­nend.

“12. März 1942” wei­ter­le­sen

20. November 1941

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Don­ners­tag, am 20. Novem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Du wirst viel­leicht stau­nen, wenn ich Dir sage, daß wir schon fer­tig sind mit waschen! Ja, wahr­haf­tig!! Und wir sind glück­lich dar­um! Es ist gera­de um 4 [Uhr] nach­mit­tags. Die Mut­ter ist auf dem Ober­bo­den und hängt die Wäsche auf. Sie hat mich nicht mit­ge­nom­men, ich soll mich nur zu mei­nem Hubo set­zen, damit ich heu­te Abend zei­tig ins Bett käme. Ist sie nicht gut? Wei­ter­le­sen!

14. November 1941

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Frei­tag, den 14. Nov. 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­bes teu­res Weib! Mei­ne [Hil­de]!

Aus­ge­lernt hat nun der Tag – Eigen­tum nun noch die weni­gen Stun­den an die­sem Tage – beschränk­te Frei­heit für ein paar Stun­den, Herz­lieb! Ich ver­brin­ge sie doch am aller­liebs­ten mit Dir! Du! Wei­ter­le­sen!

30. Oktober 1941

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[Salo­ni­ki] Frei­tag, nein

Don­ners­tag, den 30. Okt. 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­tes Weib! Mei­ne [Hil­de]!

[Ich] Hät­te doch wirk­lich gleich die Tage ver­wech­selt und bil­de­te mir eben ein, mor­gen müß­te Sonn­abend sein. [Ich] Weiß nicht, war­um es mir so wün­schens­wert vor­schweb­te, viel­leicht, weil es dann wie­der Geld gibt. Aber davon habe ich augen­blick­lich auch noch genug. Mor­gen also [ist] erst ein­mal Frei­tag, Bade­tag. Wei­ter­le­sen!