27. Dezember 1941

[411227–1-2]

[Salo­ni­ki] Sonn­abend, den 27. 12. 1941

Herz­al­ler­liebs­te! Mein lie­bes, teu­res Weib! Gelieb­te, Du!!!

So viel [sic] Fei­er­ta­ge hin­ter­ein­an­der – und wir kön­nen sie doch nicht mit­ein­an­der bege­hen, ach Her­ze­lein! So viel [sic] kön­nen nicht zusam­men­fei­ern, die es doch gern möch­ten. Wir wol­len nicht trau­rig sein dar­um, Gelieb­te! [Wir] Wol­len lieb ein­an­der trös­ten – es kann nicht sein – noch nicht – Gold­her­ze­lein! Habe Geduld, mit mir! Halt aus! Du! Du!!! Oh Herz­lieb! Wie gern wäre ich bei Dir! Und wie schmerz­lich emp­fin­de ich gera­de es an die­sen Tagen, daß es nicht sein kann! Ach Du! Ich wer­de doch in gewis­ser Wei­se froh sein, wenn sie vor­über sind. Freie Zeit ohne Dich! Du! Oh Du!!! Wei­ter­le­sen!

15. Oktober 1941

[411015–1-1]

[Salo­ni­ki] Mitt­woch, den 15.Okt.1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­tes Weib! Du! Mei­ne [Hil­de]!

Die Son­ne eines präch­ti­gen Herbst­ta­ges fällt durch das Tür­fens­ter uns[e]rer Schreib­stu­be mit dem schmie­de­ei­ser­nen Git­ter. Noch 1 ½ Std., dann sagt sie Gut­nacht. Aber jetzt hal­te ich ihr mei­nen Rücken hin und las­se mich strei­cheln und wär­men, bei­na­he wie wenn mir mein Herz­lieb den Rücken abrum­pelt [sic]. Wie wohl tut die Son­ne nach den bei­den kal­ten Tagen. Kras­se Gegen­sät­ze hier also auch im Herbst. Ich bin auf der Hut mit mei­ner Gesund­heit, gelieb­tes Herz. Der Spieß hat frei­en Nach­mit­tag, und wir, sei­ne Gesel­len, haben frei tan­zen [sic]. Augen­blick­lich ist wie­der mal Ebbe in der Arbeit. An den nächs­ten Ansturm aber gehen wir nicht unvor­be­rei­tet. Wei­ter­le­sen!