Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Arbeitsdienst

4. Juli 1941

  [410704–1‑1] Don­ners­tag, den 3. Juli 1941 Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­lieb, Gelieb­te mein! Das ist heu­te ein ver­wanz­ter Tag in des Wor­tes wahrs­ten Sin­ne. Die lie­ben Wan­zen haben über­hand genom­men in unse­rem Bau und etli­che sind ganz zer­bis­sen. Dar­auf­hin nun wird unser gan­zes Haus aus­ge­räu­chert. Heu­te ist unser Stock­werk dran. Mit dem not­wen­digs­ten ver­se­hen[,] haben wir […]

10. Juni 1941

[410610–2‑1] Diens­tag, am 10. Juni 1941. Herz­al­ler­liebs­ter! Gelieb­ter!! Du mein lie­ber, guter [Roland]! Um 2 Uhr ist es. Und wie schon ges­tern und vor­ges­tern schluckt es mich wie­der und wie­der! Du!! Wer mel­det sich denn bei mir? Ist’s der Hubo? Der um die­se Zeit Mit­tags­schläf­chen hält? Ich wünsch­te, er wäre es, der mein denkt! Ich mag […]

05. Mai 1941

[410505–2‑1] Mon­tag, der 5. Mai 1941. Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Herz­lieb Du! Ich bin wie­der zu Haus, in [O.]. Da ist es doch am schöns­ten, Du! Da sind die lie­ben, ver­trau­ten Räu­me, da sind alle Bil­der von mei­nem [Roland] und da ist Ruhe! Himm­li­sche Ruhe und wohl­tu­en­des Sichbesinnen!

22. Oktober 1939

[391022–2‑1] O., am 22. Okto­ber 1939. Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Es ist mir in die­sen Tagen so deut­lich gewor­den, daß es stark macht, einen Men­schen zur Sei­te zu wis­sen, dem man ganz zu Eigen ist, bei dem man sich so ganz gebor­gen weiß. Liebs­ter! Wie könn­te es auch anders sein, als daß ich alles […]

14. Mai 1939

[390514–2‑1] O., am 14. Mai 1939. Mein lie­ber [Roland]! Pünkt­lich, wie immer, erreich­te mich heu­te mor­gen [sic] Dein lie­ber Bote, und ich dan­ke Dir auch recht schön dafür. So vie­le Neu­ig­kei­ten kann ich ja auf ein­mal fast gar nicht ver­dau­en! Ich wün­sche mir so sehr, daß Dei­nem Besuch nichts Unvor­her­ge­se­he­nes ent­ge­gen­tritt — ich muß Dich recht […]

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